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NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL BEEINFLUSSEN SCHILDDRÜSENMEDIKAMENTE

Schönere Haut, mehr Muskelaufbau, bessere Verdauung – die Liste der positiven Einflüsse, die die unzähligen Nahrungsergänzungsmittel versprechen, ist lang. Für Schilddrüsenpatienten kann der Griff ins Regal jedoch Folgen haben. Einige Inhaltsstoffe beeinflussen die Aufnahme des Schilddrüsenhormons Levothyroxin (T4) und sollten daher mit dem Arzt abgestimmt werden.

BELIEBT, ABER MIT VORSICHT ZU GENIESSEN

Das Geschäft mit den Nahrungsergänzungsmitteln boomt und der Umsatz stieg in den letzten fünf Jahren auf über 2,1 Milliarden Euro [1]. Die Anwendungsgebiete sind vielseitig: von Mineralien und Vitaminen über Muskel-, Gelenk-, und Verdauungspräparate bis hin zu Mitteln für Herz- Kreislauf und Fortpflanzungsorgane. Auf den Verpackungen werben die Hersteller gerne mit Gesundheitsversprechen, sogenannten Health Claims. Fast die Hälfte dieser Versprechen wurden allerdings noch nicht bewertet, der Zusatznutzen dieser Produkte nicht belegt [2]. Für gesunde Personen, die sich ausgewogen ernähren, stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung Nahrungsergänzungsmittel als überflüssig ein. Aber auch eine unausgewogene Ernährung kann nicht mit diesen Mitteln ausgeglichen werden. Nur in bestimmten Fällen ist eine gezielte Ergänzung sinnvoll [3]. Wer auf das Schilddrüsenmedikament Levothyroxin angewiesen ist, sollte besonders vorsichtig sein, denn einige Inhaltsstoffe der Nahrungsergänzungsmittel verursachen Wechselwirkungen mit dem Schilddrüsenhormon. Besonders Magnesium, Calcium, Zink und Eisen gehören dazu und sind oft Bestandteil der Supplemente. Diese verbinden sich zu schwer löslichen Komplexen und behindern die Aufnahme (Resorption) des Schilddrüsenhormons im Darm. Daher sollte eine Einnahme von Nahrungsmittelsupplementen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, da eventuell die Levothyroxin-Dosis angepasst werden muss. Empfehlenswert ist es außerdem, das Schilddrüsenhormon mindestens zwei Stunden vor den Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen [4].

WEITERE EINFLÜSSE AUF LEVOTHYROXIN

Neben verschiedenen Stoffen in Ergänzungspräparaten können auch Medikamente die Resorption im Darm beeinflussen. Einige rezeptfrei erhältliche Säurehemmer zur Neutralisierung der Magensäure enthalten beispielsweise Calcium als Wirkstoff. Die Apotheke kann hier Empfehlungen für Alternativen geben.

Wichtig für die optimale Wirkung des Schilddrüsenmedikaments ist, neben der Berücksichtigung möglicher Wechselwirkungen, auch die regelmäßige Einnahme. Diese wird meistens morgens auf nüchternen Magen oder abends vor dem Schlafengehen, mindestens zwei Stunden nach dem Abendessen, empfohlen und sollte konstant fortgeführt werden

Quellen:

[1] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Nahrungserg%E4nzungsmittel?nid=102188 (zuletzt abgerufen am 05.07.2019)
[2] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Nahrungserg%E4nzungsmittel?nid=100697 (zuletzt abgerufen am 05.07.2019)
[3] https://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_nahrungsergaenzungsmitteln-945.html (zuletzt abgerufen am 05.07.2019)
[4] Feldkamp J. (2017)Gut leben mit Hashimoto – das ganzheitliche Selbsthilfeprogramm

Letzte Aktualisierung: 21.12.2020