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T4/JOD-KOMBIPRÄPARAT BEI SCHILDDRÜSENERKRANKUNGEN

Die Jodversorgung in Deutschland ist nicht optimal, auch wenn es im internationalen Vergleich nicht als Jodmangelland gilt. Schilddrüsenvergrößerungen (Strumen) und knotige Veränderungen stellen die häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse dar [1]. Bei einer Behandlung mit einer L-Thyroxin/Jod-Kombination sinkt die Größe der Struma beziehungsweise das Knotenvolumen deutlich schneller als bei der Einzeltherapie mit den beiden Wirkstoffen. Auch für schwangere Patientinnen kann das Kombipräparat eine effektive Lösung darstellen.

BEI DURCH JODMANGEL BEDINGTEN SCHILDDRÜSENERKRANKUNGEN SIND KOMBIPRÄPARATE DIE ALTERNATIVE

Die Schilddrüse benötigt ausreichend Jod, um die erforderliche Menge an Schilddrüsenhormonen herzustellen. Tetrajodthyronin, auch bekannt als T4 oder Thyroxin, besteht aus vier Jodatomen. Ist zu wenig Jod vorhanden, vergrößert sich die Schilddrüse, um möglichst viel aufnehmen zu können. In der Folge entsteht eine Struma (Kropf), die die häufigste Erkrankung der Schilddrüse darstellt und mit einer Unterfunktion (Hypothyreose) einhergehen kann. Zusätzlich entwickelt jeder vierte erwachsene Bundesbürger Knoten im Schmetterlingsorgan, die häufig ebenfalls auf zu wenig Jod zurückzuführen sind [1].

Patienten, die an solchen jodmangelbedingten Krankheiten der Schilddrüse leiden, können bei der Behandlung mit L-Thyroxin von einer zusätzlichen Jodgabe profitieren. In Deutschland stehen hierfür Kombinationspräparate mit L-Thyroxin und Jod zur Verfügung. Durch diese Medikamente sinkt das Knotenvolumen nachweislich stärker als mit den Einzelpräparaten: Innerhalb eines Jahres durchschnittlich um ein Fünftel [2]. Im Vorfeld der Therapie muss jedoch durch eine Szintigrafie der Schilddrüse abgeklärt werden, dass es sich weder um heiße noch um bösartige Knoten handelt, da das Kombipräparat in diesen Fällen sogar nachteilig sein kann oder nicht die gewünschte Wirkung erzielt.

ZUSÄTZLICHE JODZUFUHR IN DER SCHWANGERSCHAFT

Eine Schilddrüsenunterfunktion, die nicht auf einen Jodmangel zurückzuführen ist, wird im Regelfall nur mit dem Einzelwirkstoff L-Thyroxin behandelt. Es gibt aber Ausnahmen: Schwangere und stillende Mütter haben einen erhöhten Jodbedarf, da sie den Nachwuchs mitversorgen müssen. Ein Jodmangel zieht eine verlangsamte geistige und körperliche Entwicklung des Kindes nach sich. Die empfohlene tägliche Jodzufuhr liegt daher für alle Schwangere bei 230 Mikrogramm und für alle Stillende bei 260 Mikrogramm [3]. Liegt während der Schwangerschaft eine Hypothyreose vor, kann der Arzt ein Kombinationspräparat aus L-Thyroxin und Jod verschreiben. Dies behandelt die Schilddrüsenunterfunktion und ersetzt gleichzeitig die empfohlene Jodsupplementation.

Quellen:

[1] Schumm-Dräger P.M., Feldkamp J. (2007): Schilddrüsenkrankheiten in Deutschland; Prävention und Gesundheitsförderung 2007, 2:153-158
[2] https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hormonstoerungen/schilddruesen-erkrankungen/article/599719/L-Thyroxin-plus-jod-verkleinert-knoten-effektiv.html (zuletzt abgerufen am 09.07.2019)
[3] Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): Jod. In: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn, 2.Auflage, 4. Aktualisierte Ausgabe (2018)

Letzte Aktualisierung: 21.12.2020