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SUBAKUTE THYREOIDITIS DE QUERVAIN

Einseitige Druckschmerzen im Bereich der Schilddrüse sind das Haupterkennungszeichen der Subakuten Thyreoiditis de Quervain. Diese Entzündung der Schilddrüse führt zunächst zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), welche im Verlauf der Krankheit von selbst zurückgeht und deshalb nicht mit Thyreostatika behandelt werden muss [1]. In wenigen Fällen kann es im Anschluss zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommen. Meist heilt die Subakute Thyreoiditis nach etwa zwei bis drei Monaten von selbst aus. Bei manchen Patienten tritt die Entzündung meist innerhalb eines Jahres oder innerhalb weniger Jahre wieder auf. Zur Behandlung werden in der Regel leichte Entzündungshemmer verwendet und bei schweren Krankheitsverläufen eine Steroidtherapie empfohlen. Kommt es  anschließend zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, ist meist eine Einnahme von L-Thyroxin erforderlich.

ENTSTEHUNG DER SUBAKUTEN THYREOIDITIS

Die Krankheitsentstehung ist bisher nur unzureichend erforscht. Viele Faktoren sprechen jedoch für Viren als Auslöser. Zusätzlich gibt es bestimmte Gene, die einen Ausbruch scheinbar begünstigen. Ab dem 50. Lebensjahr ist das Erkrankungsrisiko erhöht, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer [1].

Allgemein bezeichnet eine Thyreoiditis eine Entzündung der Schilddrüse. Der Begriff fasst eine ganze Reihe von Krankheitsbildern zusammen und wird durch Zusätze genauer definiert. Das Wort „subakut“, was „mäßig schnell“ oder „relativ plötzlich auftretend“ bedeutet, beschreibt die Zwischenstufe zwischen akut („schnell“ oder „plötzlich auftretend“) und chronisch („langsam“ oder „lange dauernd“) auftretenden Krankheiten. Eine subakute Thyreoiditis ist demnach eine Entzündung der Schilddrüse, die innerhalb weniger Tage auftritt und in den meisten Fällen nach einigen Monaten wieder ausheilt. Sie gilt als die häufigste Ursache für schmerzhafte Entzündungen der Schilddrüse [1]. Die vollständige Bezeichnung der Krankheit lautet Subakute Thyreoiditis de Quervain, weitere Namen sind granulomatöse Tyreoiditis oder Riesenzell-Thyreoiditis. „Granulomatös“ beschreibt eine Entzündung, bei der sich sogenannte Riesenfresszellen (Makrophagen) zu kleinen Knötchen zusammenballen. Diese Zellansammlungen sind eine Antwort des Immunsystems auf die Erkrankung. Sie sind charakteristisch für spezielle Krankheitsbilder, so auch die subakute Thyreoiditis.

TYPISCHER KRANKHEITSVERLAUF

Im Vorfeld einer Thyreoiditis de Quervain tritt bei einigen Patienten eine Erkrankung der oberen Atemwege oder auch Fieber auf. Das Hauptsymptom der Subakuten Thyreoiditis ist ein einseitiger Halsschmerz, der im Verlauf der Erkrankung die Seite wechseln kann oder auf beiden Seiten auftritt. Die Schmerzen können sogar bis in den Kiefer oder zum Ohr ausstrahlen. Zusätzlich leiden die meisten Patienten an den typischen Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion. Denn während der Entzündungsreaktion wird Schilddrüsengewebe durch die Fresszellen abgebaut, wodurch Schilddrüsenhormone freigesetzt werden. Dadurch kommt es vorrübergehend zu einem Überschuss an freien Schilddrüsenhormonen. In der Regel stellt sich nach einigen Wochen wieder ein Gleichgewicht (euthyreoter Zustand) ein. In einigen Fällen kann jedoch eine Schilddrüsenunterfunktion auftreten, da durch die Entzündung zu viel Schilddrüsengewebe von den Fresszellen abgebaut wurde und deshalb nicht ausreichend Schilddrüsenhormone produziert werden können. Die anfänglichen Beschwerden der Erkrankung halten meist über drei bis sechs Wochen in unterschiedlicher Stärke an - Bei manchen Patienten kann es aber auch einige Monate dauern [1].

WIE WIRD THERAPIERT?

Für die Subakute Thyreoiditis gibt es keine standardisierte Behandlung. Die Therapie orientiert sich deshalb an Erfahrungswerten. Milde Krankheitsverläufe können mit leichten Entzündungshemmern behandelt werden. Bei schwereren Verläufen kann eine Therapie mit Cortison zu einer Besserung der Symptome führen. Eine Beschwerdefreiheit tritt meist bereits nach der ersten Einnahme des Medikaments ein [1]. Daraufhin sollte die Dosis schrittweise reduziert werden, bis das Arzneimittel vollständig abgesetzt werden kann. Während der gesamten Erkrankung und Behandlungsdauer sollten körperliche Anstrengungen vermieden werden. Bei einem Großteil der Patienten heilt die subakute Thyreoiditis nach zwei bis drei Monaten von selbst aus. In seltenen Fällen kann die Erkrankung mehrere Jahre später wieder ausbrechen.

Quellen:

[1] Zettinig G., Krebs M., Buchinger W., (2016): Subakute Thyreoiditis de Quervain. Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel – Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism; 9 (2), 35-38

Letzte Aktualisierung: 16.06.2023