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SCHWANGER MIT KRANKER SCHILDDRÜSE: AUF KEINEN FALL DIE MEDIKAMENTE ABSETZEN

Viele Frauen nehmen aus Sorge um ihr ungeborenes Kind in der Schwangerschaft nur sehr ungern Arzneimittel ein. Bei einer Funktionsstörung der Schilddrüse sind es aber gerade die Medikamente, die eine gesunde Entwicklung des Kindes gewährleisten.

Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann die Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes gefährden. Außerdem können die Schilddrüsenfunktionsstörungen verhindern, dass überhaupt eine Schwangerschaft eintritt. Auch leichtere Schilddrüsenfunktionsstörungen sollten daher bereits bei geplanter Schwangerschaft behandelt werden.

Bei der Unterfunktion ist es wichtig, dass der Hormonbedarf während der Schwangerschaft angepasst wird, da das Kind jetzt mitversorgt werden muss. Auch Jod müssen die Mütter jetzt einnehmen. Nur so hat das Kind die Chance, selbst mit der Schilddrüsenhormonproduktion zu beginnen.

Auch eine Überfunktion der Schilddrüse muss in der Schwangerschaft konsequent behandelt werden. Andernfalls drohen vermehrte Schwangerschaftskomplikationen wie Früh- und Fehlgeburten. Bei Schwangeren mit Schilddrüsenerkrankungen sollten Gynäkologe und Endokrinologe sehr eng zusammenarbeiten, forderte Prof. Dr. Christine Spitzweg aus München auf dem Henning-Symposium in Heidelberg.

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020