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KEINE ENTWARNUNG FÜR DEUTSCHLANDS JODVERSORGUNG

Die Jodversorgung in Deutschland befindet sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Eine für Mecklenburg-Vorpommern repräsentative Kohortenstudie mit Erwachsenen zeigt, dass sich die Jodversorgung innerhalb von fünf Jahren nicht verbessert hat. 2006 blieb im Vergleich zu 2001 die Jodausscheidung, das von der WHO empfohlene Monitoringinstrument für die Jodversorgung, trotz der vielen Bemühungen um Aufklärung beinahe konstant.

Experten befürchten, dass diese Beobachtung auf ganz Deutschland übertragen werden kann. Gerade die Jodversorgung bei schwangeren Frauen ist noch nicht optimal. Ferner zeigt ein kurzer Blick auf die Jodversorgung von Kindern und Jugendlichen, die über den Kinder- und Jugendsurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Institutes (RKI) erfasst wurde, dass von einer optimalen Versorgung auch hier noch nicht gesprochen werden kann.

Jod: wichtig für geistige und körperliche Entwicklung

Auch ein leichter bis moderater Jodmangel muss ernst genommen werden, denn ist das Schilddrüsenhormon Thyroxin in der ersten Schwangerschaftshälfte erniedrigt, so führt dies nach den neuesten Erkenntnissen zu einer nicht ausreichenden mentalen und motorischen Entwicklung des Fötus. Mögliche Ursachen für einen Jodmangel im Säuglingsalter sind: zum einen (voll) gestillte Säuglinge, deren Mütter nicht ausreichend mit Jod versorgt sind, zum anderen ältere Säuglinge, deren Beikost selbst hergestellt wird. Um sich selbst und das Kind optimal mit Jod zu versorgen, sollten Schwangere und Stillende nach Rücksprache mit ihrem Arzt auf Jodtabletten zurückgreifen, insbesondere bei einem eher geringen Verzehr von Milch und Milchprodukten sowie von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Fertigspeisen. Für alle anderen empfiehlt der Arbeitskreis Jodmangel, ein- bis zweimal pro Woche Seefisch zu essen, zu Hause ausschließlich mit Jodsalz zu würzen und beim Einkaufen mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel wie Brot- und Wurstwaren zu bevorzugen.
Satellitensymposium „Jodmangel in Deutschland — immer noch ein Problem?", Arbeitskreis Jodmangel, 47. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, 11. März 2010

September 2010

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020