SERVICE












JOD IST NICHT NUR FÜR DIE SCHILDDRÜSE WICHTIG, ES SENKT AUCH DAS BRUSTKREBSRISIKO

Weltweit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede elfte Frau in Deutschland ist im Verlauf ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Brustkrebs wird durch viele verschiedene Faktoren bedingt. Dazu gehören die genetische Veranlagung, Schwangerschaften und Stillzeiten oder Hormontherapien. Als weitere Einflussfaktoren auf die Brustkrebsentstehung spielen Lebens- und Ernährungsweise eine Rolle. In den letzten Jahren wird nun auch ein Zusammenhang zwischen Jodmangel und einem Brustkrebsrisiko diskutiert.

70—80 % des Körperbestandes an Jod befinden sich in der Schilddrüse. Jod kann jedoch nicht nur in die Schilddrüse, sondern auch in andere Körpergewebe wie etwa die Brustdrüse aufgenommen werden. Der Großteil des Jods wird in Schilddrüsenhormonen (Schilddrüse) bzw. Jod-Kasein (Brustdrüse) eingebaut. Der geringere Anteil wird in Lipide eingebaut, und es entsteht Jodlakton. Jodlakton beeinflusst die Wachstumsregulation sowohl der Schilddrüse als auch der Brustdrüse wesentlich. Nur bei ausreichender Jodversorgung wird genügend Jodlakton gebildet und so das Strumawachstum in der Schilddrüse verhindert. Die etwa gleichen Mechanismen gelten für die Wachstumsfaktoren der Brustdrüse. Offensichtlich können Jod und Jodlaktone in krankhafte Vorgänge von Gewebewachstum der Brustdrüse eingreifen. In Tierexperimenten ließ sich der Zusammenhang zwischen Jodzufuhr und Brustdrüsenwucherungen beweisen. Ein Jodmangel förderte das Wachstum von veränderten Brustdrüsenzellen, was sich durch ausreichende Zufuhr von Jod wieder rückgängig machen ließ. Bei Tieren, die bereits an Brustkrebs litten, konnte die Gabe von jodhaltigen Meeresalgen die Tumorzellen zurückdrängen.

Diese Studien zeigen eindeutige Parallelen der Wachstumsregulation zwischen Schilddrüsen- und Brustdrüsenzellen und erklären möglicherweise die niedrige Brustkrebsrate bei Frauen mit hoher täglicher Jodzufuhr. Eine ausreichende Jodversorgung ist somit nicht nur für die Prävention von Schilddrüsen-, sondern auch von Brustdrüsenerkrankungen sinnvoll. Untersucht wird derzeit auch die Möglichkeit einer unterstützenden Therapie bei bereits bestehender Krebserkrankung.

Mit Blick auf die Gesundheit der Schilddrüse, aber auch im Zusammenhang mit einer Risikominderung von gut- und bösartigen Brustveränderungen bei Frauen gilt es, den bisher erreichten Status der Jodversorgung zu halten und in Zukunft noch weiter auszubauen. Zur Verbesserung der Jodversorgung sollte in einer vollwertigen, abwechslungsreichen Ernährung auf die tägliche Verwendung von Milch und Milchprodukten geachtet und wöchentlich Seefisch verzehrt werden. Bei der Speisenzubereitung sollte ausschließlich Jodsalz verwendet werden, verarbeitete Lebensmittel und Speisen mit Jodsalz sollten bevorzugt werden. Eine ergänzende Einnahme von Jodtabletten (100–150 µg/Tag) empfiehlt sich für Risikogruppen. Dazu zählen Schwangere und Stillende, Jugendliche, Übergewichtige, die über längere Zeit Diät halten, Allergiker, Vegetarier und Veganer. Vor allem bei bestehender Struma (Kropf) und jodmangelbedingter Schilddrüsenunterfunktion ist eine ausreichende Jodzufuhr wichtig. Zur Behandlung wird Jodid (200 µg/Tag) empfohlen.

Letzte Aktualisierung: 08.08.2018