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HAARIGE PROBLEME MIT DER SCHILDDRÜSE

Stumpfe, spröde, ausfallende Haare: Wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, kann auch die Schönheit darunter leiden. Ist eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) eher durch immer dünner und feiner werdende, schlecht frisierbare Haare gekennzeichnet, so präsentiert sich der Schopf bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) oft trocken, brüchig und glanzlos. Zudem kann es zu Haarausfall bei beiden Fehlfunktionen kommen. Aber warum führt die Störung eines so kleinen Organs zu solchen Auswirkungen? Erstmals ist es einem deutsch-britischen Forscherteam gelungen, nachzuweisen, dass die Schilddrüsenhormone T3 und T4 einen direkten Einfluss auf haarbildende Zellen im menschlichen Organismus haben. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Hormon T4 (Thyroxin) eine Teilung der Haarzellen ankurbelt, während T3 (Trijodthyronin) ein Absterben verhindert. Außerdem ist T4 in der Lage, die Phase in der unser Kopfhaar wächst, die sogenannte Anagenphase, zu verlängern. Für die Untersuchungen stand dem Ärzteteam menschliches Gewebe zur Verfügung, das im Rahmen von Schönheitsoperationen angefallen war. So konnte zum ersten Mal direkt die Wirkung von Schilddrüsenhormonen auf menschliche Haarzellen beobachtet werden.

Ein optimaler Hormonhaushalt ist demnach ein Schlüssel für schönes Haar. Tritt Haarausfall als Folgeerscheinung einer Funktionsstörung der Schilddrüse auf, ist jedoch viel Geduld nötig. Hier sollte nicht nur berücksichtigt werden, dass die Schilddrüse wieder im Takt sein muss. Auch die Haare selbst haben einen langen Lebenszyklus und können ihrerseits nicht sofort auf Veränderungen reagieren. Unter Behandlung der Schilddrüsenstörung kann es eine schnelle Besserung geben, eine vollständige Normalisierung des Haarausfalls wird aber manchmal erst nach sechs Monaten erreicht.

Quelle: Van Beek et al. Thyroid Hormones Directly Alter Human Hair Follicle Functions: Anagen Prolongation and Stimulation of Both Hair Matrix Keratinocyte Proliferation and Hair Pigmentation; J. Clin. Endocrinol. Metab., Nov 2008; 93: 4381-4388

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020