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PUBERTÄT STÖRT DIE SCHILDDRÜSE

Schlapp rumhängen und keine Lust auf irgendwas? Die meisten Eltern ermahnen dann ihre pubertierenden Söhne oder Töchter, sich endlich einmal aufzuraffen oder anzustrengen. Doch ständige Müdigkeit, Antriebsarmut und Lustlosigkeit können ein Alarmsignal der Schilddrüse sein. Auch junge Menschen sind nicht automatisch immer kerngesund. Gerade die hormonellen Umstellungen in der Pubertät können ein Risiko für Schilddrüsenstörungen sein.

Dabei müssen zwei Dinge in dieser Zeit besonders beachtet werden: eine ausreichende Jodversorgung und die Jugendvorsorgeuntersuchung, bei der Schilddrüsenerkrankungen rechtzeitig entdeckt werden können. Die meisten Haushalte, viele Bäcker und Metzger, verwenden inzwischen Jodsalz, so dass sich die Versorgung mit diesem wichtigen Spurenelement besonders bei Kindern in den letzten Jahren verbessert hat. Doch je nach Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten kann der Nährstoff bei den Jugendlichen schnell Mangelware werden: Mit zunehmender Unabhängigkeit verändern viele ihre Ernährungsgwohnheiten, essen beispielsweise mehr Fast Food, das ohne Jodsalz hergestellt wird. Greifen die jungen Menschen dann noch zum Glimmstängel, schadet das nicht nur Herz und Lunge, sondern auch der Schilddrüse. Der Zigarettenrauch ist nämlich ein „Jodräuber“ und verschlechtert die Versorgung zusätzlich. Aber auch die Sportlichen sollten auf Jodsalz und regelmäßige Fischmahlzeiten achten: Jod wird bei Freizeit- oder Leistungssport mit dem Schweiß ausgeschieden und muss durch eine ausgewogene Ernährung ersetzt werden. Eventuell kann der Arzt in der Pubertät Jod in Tablettenform empfehlen, um den erhöhten Bedarf durch Wachstum und Hormonumstellung rechtzeitig zu decken.

Hat sich die Schilddrüse vergrößert, kann man heutzutage jedoch nicht mehr ohne Weiteres von einem Kropf durch Jodmangel ausgehen. Während dies früher die häufigste Ursache für einen Kropf bei Kindern und Jugendlichen war, ist es heute wahrscheinlicher, dass eine sogenannte Autoimmunerkrankung dahintersteckt. Besonders bei Mädchen zwischen zwölf und 14 Jahren findet sich diese Schilddrüsenstörung vergleichsweise häufig. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Unterfunktion mit Müdigkeit, Lustlosigkeit, Gewichtszunahme, Frieren und Niedergeschlagenheit. Eine Blutuntersuchung beim Arzt bringt dann Klarheit.

Am besten sollte jeder junge Mensch zwischen dem zwölften und 15. Geburtstag zur Jugendvorsorgeuntersuchung J1 gehen. Bei dieser kostenlosen Untersuchung untersucht der Kinderarzt alle körperlichen und psychischen Veränderungen, die für die weitere gesunde Entwicklung wichtig sind – darunter auch die Schilddrüsengesundheit. Leider nehmen bislang nur zehn bis 20 Prozent diese sinnvolle Untersuchung wahr.

Findet der Arzt dabei eine Fehlfunktion der Schilddrüse, kann dies meist gut behandelt werden. So wird bei einer Unterfunktion die fehlende Hormonmenge mit Tabletten ersetzt. Wichtig für alle Eltern, besonders in der schwierigen Zeit der Pubertät: Eine gesunde Schilddrüse ist die Voraussetzung für psychische Stabilität, Konzentrationsfähigkeit, Leistungsvermögen und Wohlbefinden Ihrer Kinder.

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020