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WARNZEICHEN FRÜHZEITIG ERKENNEN: WELCHE BESCHWERDEN TRETEN BEI SCHILDDRÜSENERKRANKUNGEN AUF?

Knoten, Kropf, Über- und Unterfunktion, Autoimmunerkrankungen oder akute Entzündungen – die Schilddrüse kann auf ganz unterschiedliche Art erkranken. Nicht immer werden Beschwerden von den Betroffenen selbst rechtzeitig erkannt oder richtig gedeutet. Gerade bei der Schilddrüse ähneln viele Beschwerden alltäglichen „Befindlichkeitsstörungen“ und werden so unterschätzt. Je früher die Betroffenen solche Veränderungen bemerken, desto früher können Schilddrüsenstörungen auch behandelt werden.

Am häufigsten in der Bevölkerung sind Vergrößerungen oder Knoten der Schilddrüse. Solche „äußerlichen“ Veränderungen des Schilddrüsengewebes zeigen sich fast nie an den Blutwerten, so dass der Hausarzt routinemäßig auch eine Tastuntersuchung der Schilddrüse oder eine Ultraschalluntersuchung machen sollte. Knoten können auch dann vorliegen, wenn noch nichts zu sehen oder im Hals zu spüren ist. Wenn jedoch der Rollkragenpullover am Hals drückt, der Halsumfang zugenommen hat, Enge- und Druckgefühl im Hals entstehen oder gar das Atmen und Schlucken schwerfällt, dann sind das Alarmsignale für Knoten oder Kropf. Eine Ultraschalluntersuchung ist in diesem Fall dringend erforderlich.

Neben diesen Gewebeveränderungen kann die Schilddrüse sich außerdem durch ihre gedrosselte oder gesteigerte Hormonproduktion bemerkbar machen. Ein Zuviel lässt den Körper auf Hochtouren laufen – ständige Aufgeregtheit, Zittern, Herzrasen, Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Durchfall und Schwitzen sind die Folge. Zu wenig Schilddrüsenhormone führen zum Gegenteil: „Sparflamme“ im ganzen Organismus. Ständige Müdigkeit, Desinteresse, Niedergeschlagenheit, Gewichtszunahme, Vergesslichkeit, Frieren, Verstopfung, trockene, teigige Haut, und Wasseransammlungen vor allem im Gesicht deuten auf eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Bei Weitem nicht so häufig sind die sogenannten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, die das Organ mit einer dauerhaften, meist schmerzlose Entzündung beeinträchtigen. Während die Basedow'sche Erkrankung (Morbus Basedow) eine Überfunktion auslöst, bewirkt die Hashimoto-Entzündung langfristig eine Unterfunktion. Die Beschwerden entsprechen dann jeweils den oben beschriebenen Symptomen einer Über- bzw. Unterfunktion. Ein Teil der Betroffenen leidet außerdem an Augenbeschwerden wie Brennen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Fremdkörpergefühl oder dem typischen Hervortreten der Augäpfel aus den Augenhöhlen. Zusätzlich können bei Morbus Basedow Hautveränderungen an den Vorderseiten der Unterschenkel, z. B. leicht rötlich blaue Flecken auftreten.

Selten kann es auch zu Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoditis) kommen, die im Gegensatz zu den bisher genannten Erkrankungen mit Schmerzen Erscheinung treten. Eine Form der subakuten Thyreoditis tritt typischerweise einige Wochen nach einem Virusinfekt auf, so dass auch andere Infekttypische Beschwerden bestehen wie Fieber, Schweißausbrüche, Glieder- und Rückenschmerzen. Heftige Schmerzen beim Kauen und Schlucken, eine schmerzhafte Verhärtung der Schilddrüse mit starker Druckempfindlichkeit und Ausstrahlung bis zum Kiefer/Ohr sollten nicht als „normales Halsweh“ abgetan werden.

Wichtig für alle Betroffenen: Schilddrüsenerkrankungen „verschwinden“ fast nie von selbst und erfordern auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung. Da sie den Körper langfristig aus dem Gleichgewicht bringen können, sollte jeder, der Hinweise auf eine Schilddrüsenstörung an sich selbst beobachtet, unbedingt zum Arzt gehen.

Letzte Aktualisierung: 08.08.2018