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RADIOJODTHERAPIE: GEZIELT DIE SCHILDDRÜSE BEHANDELN

Radioaktivität“ – die wenigsten Menschen denken dabei an eine heilende Behandlung, die den betroffenen Menschen wieder ein gesundes Leben ermöglicht. Doch die Radiojodbehandlung der Schilddrüse gehört zu den bewährten Methoden, bei denen Ärzte mit einem radioaktiven Stoff ganz gezielt bestimmte Erkrankungen bekämpfen können.

Wer unter einer Schilddrüsenüberfunktion leidet, weiß, wie sehr diese Erkrankung das Wohlbefinden beeinträchtigen kann: Herzrasen und Schlaflosigkeit, Nervosität und Angstzustände, Schweißausbrüche und Durchfall, Gewichtsabnahme und Haarausfall machen den Alltag zur Tortur. Häufige Ursache für die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sind sogenannte heiße Knoten in dem kleinen Organ, die unkontrolliert zu viel Hormone produzieren und so den gesamten Körper aus dem Takt bringen. Eine Behandlung mit Tabletten ist meist nur eine gewisse Zeit möglich, so dass die Knoten letztendlich dauerhaft entfernt werden müssen.

Doch nicht immer muss dabei das Skalpell eingesetzt werden: Die Radiojodtherapie ist bei Schilddrüsenveränderungen eine bewährte und weitgehend schmerzlose Alternative zur Operation. Dabei wird das kranke Schilddrüsengewebe mit Hilfe von radioaktivem Jod gezielt zerstört. Der Patient schluckt diese spezielle Substanz in Form einer Kapsel. Die Behandlung findet in der Klinik statt, wo sich der Betroffene nach der Kapseleinnahme einige Tage aufhält.

Ebenso wie „normales“ Jod aus der Nahrung sammelt sich auch dieses schwach radioaktive Jod in der Schilddrüse und reichert sich speziell in den überaktiven Zellen des heißen Schilddrüsenknotens an. Durch die ausgesandte Strahlung zerstört es dort sehr zielgenau die Knoten, die für die Überfunktion verantwortlich sind.

Da Jod von keinem anderen Gewebe im Körper benötigt oder gespeichert wird, gelangt die Substanz praktisch nur in die Schilddrüse, und es werden keine anderen Organe von der Behandlung betroffen. Dort wirkt dann die Strahlung lediglich ein bis zwei Millimeter weit, so dass auch benachbartes Gewebe nicht geschädigt werden kann.

Eine langfristige Strahlenwirkung gibt es nicht: Radioaktives Jod zerfällt sehr schnell, bereits nach acht Tagen ist nur noch die Hälfte davon vorhanden. Dennoch sollte vorsichtshalber eine Frau etwa sechs Monate nach der Behandlung nicht schwanger werden.

Bei stark wachsenden Knoten oder bei einem Verdacht auf bösartige Veränderungen sollte ein chirurgischer Eingriff vorgezogen werden.

Ist die Radiojodbehandlung erfolgreich abgeschlossen, entspricht die Wirkung der einer Operation: Es sind keine heißen Knoten mehr in der Schilddrüse vorhanden und der Betroffene leidet nicht mehr unter den Beschwerden der Überfunktion.

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020