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RAUCHEN GEFÄHRDET DIE SCHILDDRÜSE

Das Rauchen von Zigaretten erhöht das Risiko für Erkrankungen der Schilddrüse. So werden bei Rauchern häufiger vergrößerte Schilddrüsen, sogenannte Kröpfe sowie Schilddrüsenentzündungen gefunden als bei Nichtrauchern. Vor allem ist das Risiko, für eine sog. Basedow'sche Krankheit (Morbus Basedow), insbesondere für die Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie), deutlich erhöht. Die Basedow'sche Krankheit ist eine Autoimmunerkrankung. Dabei richten sich Antikörper gegen den eigenen Organismus und zerstören Gewebe. Die Folge ist eine Schilddrüsenüberfunktion mit deren typischen Symptomen wie Gewichtsreduktion, Herzrasen, Schweißausbrüchen und psychische Beschwerden wie Nervosität und Schlafstörungen. Durch den Angriff der Antikörper auf den Augenmuskel entwickelt sich beim Morbus Basedow oft eine endokrine Orbitopathie, die durch die hervortretenden Augen gekennzeichnet ist.

Ursache für das erhöhte Risiko ist die im Zigarettenrauch enthaltene giftige Substanz Cyanid. Zusätzlich hat auch das Nikotin Einfluss auf die Entwicklung einer Schilddrüsenerkrankung. Wenn zum Rauchen auch noch ein Jodmangel kommt, erhöht sich die Gefahr einer Schilddrüsenvergrößerung deutlich. Ebenso reduziert sich das Risiko wieder, wenn das Rauchen eingestellt wird. In der Therapie der endokrinen Orbithopathie sollte daher grundsätzlich eine Rauchentwöhnung angestrebt werden.

Quelle: Zöllner H, Below H, Franke G, Meng W, John U, Kramer A: Einfluss des Rauchens auf das Schilddrüsenvolumen und die renale Thiocyanat- und Jodidausscheidung bei Erwachsenen in Vorpommern; Ernährungsumschau 8, S. 304–308, 2003.

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020