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ALGEN: SUPERFOOD ZUR JODVERSORGUNG?

Algen (lat. Alga = Seegras) werden zu den sogenannten „Superfoods“ gezählt, das heißt zu den nährstoffreichen Lebensmitteln, die eine Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Besonders bei veganer Ernährung erfreuen sich essbare Algen großer Beliebtheit, da jodreiche Lebensmittel neben jodiertem Speisesalz hauptsächlich tierischen Ursprungs sind. Pflanzliche Lebensmittel hingegen enthalten mit Ausnahme der Seegräser kaum Jod. Daher kommt immer wieder die Frage auf, ob sich Algen zur Jodversorgung eignen.

ALGENVERZEHR NICHT OHNE RISIKEN

Beim Verzehr von Algen gibt es mögliche Risiken zu beachten, denn manche enthalten um 4.300 Milligramm Jod pro Kilogramm Trockenprodukt. Die Braunalgenarten Wakame und Kombu erreichen solche Jodgehalte. So kann durch eine durchschnittliche Portion von acht Gramm eines entsprechenden Trockenproduktes die tolerierbare Tageshöchstmenge von 0,5 Milligramm Jod deutlich überschritten werden. Dieses Überangebot kann bei Personen mit Jodmangel und die eventuell bereits von Knoten in der Schilddrüse betroffen sind, zu einer jodinduzierten Schilddrüsenüberfunktion führen. Des Weiteren gehören Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen wie Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoditis oder heißen Knoten zu den Risikogruppen, für die extrem hohe Jodmengen problematisch sein können. Häufig sind Algen auch mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Aluminium und Arsen belastet. Wer diese über einen längeren Zeitraum aufnimmt, hat ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Knochenerkrankungen.

Wer auf Algen nicht verzichten will, sollte Folgendes beachten:

Algen können auf dem Speiseplan stehen, ein übermäßiger Konsum ist jedoch aufgrund der genannten Risiken nicht zu empfehlen. Beim Kauf von Algenprodukten sollte auf der Verpackung geprüft werden, dass der Jodgehalt und die maximale tägliche Verzehrmenge angegeben sind. Vorsicht ist bei unzureichend deklarierten Produkten hinsichtlich Herkunft und Inhaltsstoffen geboten. Algen sollten vor der Verwendung gut eingeweicht und danach abgespült werden. Durch das Einweichen werden große Mengen des wasserlöslichen Jods ausgewaschen.

Empfehlungen zur Jodversorgung:

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Diese sind unter anderem am Energie- und Proteinstoffwechsel, Wachstumsprozessen oder der optimalen Entwicklung von Kindern beteiligt. Für eine jodreiche Ernährung eignen sich Seefische, Milch, Milchprodukte, jodiertes Speisesalz sowie mit Jodsalz hergestellte Produkte am besten. In bestimmten Situationen wie Schwangerschaft, Stillzeit und einer veganen Ernährungsweise werden Supplemente empfohlen. 

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Quellen:

1. http://www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_FuerJournalisten/01_Presse_und_
Hintergrundinformationen/01_Lebensmittel/2014/2014_11_26_PI_
Lebensmittelueberwachung_2013.html?nn=1401276
2. http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche_risiken_durch_zu_hohen_jodgehalt_
in_getrockneten_algen.pdf
3. https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-artikel/14-04-2015-lebensmitteltrends-was-sind-superfoods/
4. KNIES J.M. (2017) Algen und Algenprodukte als neuartige Lebensmittel. Ernährungs Umschau, 02/2017, S.M84-M93
5. BIESALSIKI H.K., GRIMM P. (2011) Taschenatlas der Ernährung. 5.Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart

Letzte Aktualisierung: 07.08.2018