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PROBLEME BEIM STILLEN? AUCH AN DIE SCHILDDRÜSE DENKEN

Die Schilddrüse hat als Steuerungsorgan einen großen Einfluss im Körper. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert das schmetterlingsförmige Organ jedoch zu wenig der beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin). Typische Beschwerden einer Unterfunktion können Antriebsarmut, Gewichtszunahme oder übermäßiges Kälteempfinden sein. Als Folge einer Unterfunktion ist es zudem wahrscheinlich, dass stillende Mütter zu wenig Milch produzieren. Aber: Wird die Unterfunktion angemessen behandelt, ist Stillen dennoch möglich.

STILLPROBLEME: ZU WENIG MILCH BEI SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION PRODUZIERT

Die Unterfunktion der Schilddrüse kann dazu führen, dass die Milchbildung bei der Mutter zu gering ist. Deshalb sollten bei allen Stillenden mit einer Unterfunktion die Schilddrüsenwerte möglichst früh nach der Geburt und weiterhin regelmäßig kontrolliert werden. Bei Bedarf kann der Arzt die Schilddrüsen-Medikation anpassen. Auch bei Stillenden, die aus nicht geklärter Ursache zu wenig Milch bilden, ist es sinnvoll, die Schilddrüsenwerte zu überprüfen. Wird eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, verschreibt der Arzt ein Schilddrüsenhormonpräparat in Tablettenform. Dies behebt das Hormondefizit im Körper. Stehen wieder ausreichend Schilddrüsenhormone zur Verfügung, wird auch genügend Milch gebildet. Das bedeutet, Frauen mit einer Schilddrüsenunterfunktion können ihr Kind stillen. Die Einnahme der Schilddrüsentablette ist unbedenklich, auch während der Stillzeit.

STILLZEIT: AUSREICHENDE JODVERSORGUNG EBENFALLS WICHTIG

Eine ausreichende Jodversorgung während der Stillzeit ist ebenfalls wichtig, damit die Muttermilch genug Jod enthält. Denn sie ist die einzige Nahrung für den Säugling. Jod braucht auch der kindliche Körper für die Herstellung der Schilddrüsenhormone. Ein Jodmangel kann zu psychomotorischen Entwicklungsstörungen und verminderter intellektueller Leistung des Kindes führen. Stillende benötigen daher ungefähr ein Drittel mehr Jod als andere Erwachsene. Eine jodreiche Ernährung besteht aus Seefisch, Milch und Milchprodukten sowie Jodsalz. Zudem lautet eine aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, dass allen stillenden Müttern eine Jodsupplementation mit 150 bis 200 Mikrogramm angeboten werden soll.

Quellen:

Europäisches Institut für Stillen und Laktation: http://www.stillen-institut.com/media/Schilddruese-Erkrankungen-der-Mutter-sicherung.pdf

Feldkamp, Joachim: Klug entscheiden…in der Endokrinologie. Dtsch Ärztebl 2016; 113 (17)

Letzte Aktualisierung: 07.08.2018