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LEBEN OHNE SCHMETTERLINGSORGAN: HORMONTHERAPIE NACH ENTFERNUNG DER SCHILDDRÜSE

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Steuerungsorgan im Körper, das die beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) produziert und freisetzt. Diese Hormone regulieren zahlreiche Körperfunktionen. Erkrankungen oder  Veränderungen der Schilddrüse können ihre Funktion einschränken und unter anderem zu Schluck- und Atembeschwerden führen. Im äußersten Fall muss die Schilddrüse operativ entfernt werden. Patienten, die keine Schilddrüse mehr haben, ersetzen die fehlenden Schilddrüsenhormone lebenslang in Form von Tabletten.

VOR DER OPERATION: UMFASSENDE UNTERSUCHUNG DER SCHILDDRÜSE

Jeder Dritte leidet in Deutschland an Veränderungen der Schilddrüse, die zum Beispiel im Ultraschall entdeckt werden. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass die Schilddrüse entfernt werden muss. Zunächst überprüft der Arzt, ob eine Entfernung der Schilddrüse angebracht ist. Nötig kann eine Operation bei einer schwerwiegenden Vergrößerung der Schilddrüse, einem Verdacht auf eine bösartige Erkrankung, einem nachgewiesenen bösartigen Tumor in der Schilddrüse oder einer Überfunktion durch heiße Knoten (autonome Adenome) sein. Eine ausgedehnte Operation kann auch bei Patienten mit familiärer Häufung von Schilddrüsen-Erkrankungen in frühen Jahren erforderlich sein. Je nach Ausmaß der Erkrankung wird die Schilddrüse komplett oder nur teilweise entfernt. Vorher sollte der Patient sich einer umfassenden Untersuchung unterziehen und die Notwendigkeit des operativen Eingriffs mit dem behandelnden Arzt besprechen.

NACH DER OPERATION: SCHILDDRÜSENTABLETTE

Bei einer kompletten oder teilweisen Schilddrüsenentfernung (Thyreoidektomie) fehlen dem Körper die Schilddrüsenhormone. Der Mangel wird ausgeglichen, indem Patienten lebenslang synthetisches Schilddrüsenhormon einnehmen. Zudem sollten regelmäßige Blutuntersuchungen beim Arzt erfolgen, um die Einstellung des Patienten zu überprüfen. Denn möglicherweise muss die Dosis der Schilddrüsenhormone im Laufe der Behandlung angepasst werden. Langfristig sollten ärztliche Kontrollen etwa einmal jährlich erfolgen.

Letzte Aktualisierung: 07.08.2018