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BEI KINDERWUNSCH UND SCHWANGERSCHAFT: SCHILDDRÜSEN-CHECK!

Erkrankungen der Schilddrüse, zum Beispiel eine Unterfunktion, kommen bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Besonders bei unerfülltem Kinderwunsch und Komplikationen während der Schwangerschaft ist dies relevant. Bestehende Schilddrüsenerkrankungen können zudem die Entwicklung des ungeborenen Kindes gefährden. Daher sollten sich Frauen mit Kinderwunsch einem Schilddrüsen-Check unterziehen. So kann eine mögliche Schilddrüsenstörung rechtzeitig erkannt und angemessen behandelt werden.

SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION BEEINTRÄCHTIGT ENTWICKLUNG DES KINDES

Weil eine gesunde Schilddrüse während der Schwangerschaft so wichtig ist, empfehlen Mediziner generell bei allen Frauen mit Kinderwunsch und in der frühen Phase der Schwangerschaft einen Schilddrüsen-Check. (1) Ist die Schilddrüse aus dem Lot, kann der Arzt ein Schilddrüsenmedikament verschreiben. Schwangere, die Schilddrüsenhormone in Tablettenform einnehmen, sollten sich regelmäßigen Blutuntersuchungen unterziehen. Da der Hormonbedarf während der Schwangerschaft erhöht ist, kann es sein, dass die Dosis des Schilddrüsenmedikaments häufiger angepasst werden muss. Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion steht nicht nur in Verbindung mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Sie kann auch negative Effekte auf die Reifung des ungeborenen Kindes haben. Zum Beispiel ist es möglich, dass die geistige Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt ist.

AUSREICHENDE JODVERSORGUNG – AUCH BEI HASHIMOTO-THYREOIDITIS

Ebenso ist eine ausreichende Versorgung mit dem essentiellen Spurenelement Jod wichtig. Schwangeren wird empfohlen, 150 bis 200 Mikrogramm Jod zu supplementieren – ergänzend zu einer jodreichen Ernährung mit Seefisch, Milch und Milchprodukten sowie Jodsalz. Denn insbesondere Frauen zwischen 18 und 29 Jahren sind in Deutschland von einem milden Jodmangel betroffen. Dies ergab die aktuelle Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) des Robert-Koch-Instituts. (2) Auch bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder bei anderen Erkrankungen der Schilddrüse sollten Frauen auf eine Supplementation mit Jod nicht verzichten. Einzige Ausnahme ist, wenn die Mutter an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet. In diesem Fall sollte mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden.

Quellen:

1. Lazarus J, Brown RS, Daumerie C et al. 2014 European Thyroid Association Guidelines for the Management of Subclinical Hypothyroidism in Pregnancy and in Children. Eur Thyroid J 2014;3:76-94
2. Johner SA et al. (2015): Examination of iodine status in the German population: an example for methodological pitfalls of the current approach of iodine status assessment Eur J Nutr, DOI 10.1007/s00394-015-0941-y

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020