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KNOTEN IN DER SCHILDDRÜSE BEHANDELN MIT DEM SCHILDDRÜSENMEDIKAMENT THYROXIN PLUS JOD

Schilddrüsenvergrößerungen und Knoten sind in Deutschland sehr häufig. Sie können bei etwa einem Drittel aller Erwachsenen auftreten. Ursache kann ein Jodmangel sein. Für die Behandlung von Knoten in der Schilddrüse ist es wichtig, einen eventuellen Mangel zu beseitigen. Oft werden Schilddrüsenknoten mit einer Kombination aus dem Schilddrüsenmedikament Thyroxin und Jod behandelt. Denn Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Kombination aus Thyroxin und Jod, im Vergleich zu der Gabe von Thyroxin oder Jod allein, Knoten am besten schrumpfen ließ.

URSACHE FÜR SCHILDDRÜSENVERGRÖSSERUNGEN UND KNOTEN: JODMANGEL

Eine Ursache für das häufige Auftreten von Knoten ist der ausgeprägte Jodmangel, der in Deutschland über Jahrzehnte bestand. Zwar hat sich die Versorgung mittlerweile für den Bevölkerungsdurchschnitt deutlich verbessert. Jedoch zeigt die aktuelle Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) vom Robert-Koch-Institut, dass die Jodversorgung nach wie vor nicht ausreichend ist. (1) Sie ergab, dass bei Erwachsenen in allen Altersgruppen ein Anteil von 30 Prozent eine tägliche Jodaufnahme hat, die unterhalb ihres mittleren geschätzten Bedarfs liegt. Zudem besteht mit 30 Prozent eine verhältnismäßig hohe Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) an Schilddrüsenvergrößerungen und Knoten. Eine ausreichende Jodversorgung liegt laut der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation erst ab einer Prävalenz von unter 5 Prozent vor. Jod wird für die Produktion von Schilddrüsenhormon benötigt. Bei Jodmangel versucht die Schilddrüse durch Größenwachstum ihre Funktion aufrecht zu erhalten. Dabei entstehen dann im Laufe der Jahre oft auch Schilddrüsenknoten. Die meisten dieser Knoten sind gutartig. Sie können durch ihr Wachstum im engen Halsraum aber zu unangenehmen Symptomen führen.

Behandlung: Kombination aus Thyroxin und Jod am erfolgreichsten

Bei der medikamentösen Behandlung von Schilddrüsenknoten zeigte sich, dass die Kombination aus Thyroxin und Jod die Knoten am besten reduzierte. Im Gegensatz dazu hatte die alleinige Gabe von Thyroxin oder Jod eine deutlich geringere Wirkung auf die Knoten in der Schilddrüse. Dies hatten Wissenschaftler an mehr als 1.000 Patienten mit gutartigen Schilddrüsenknoten getestet. Thyroxin und Jod stehen in einer Fixkombination zur Verfügung, das heißt, Patienten brauchen nur eine einzige Tablette pro Tag einnehmen. (2) Damit Schilddrüsenknoten erst gar nicht entstehen können, empfiehlt es sich, auf eine ausreichende Jodzufuhr über die Ernährung zu achten. Hierzu wird empfohlen, Milch und Milchprodukte, Seefisch, Jodsalz sowie Lebensmittel, die mit Jodsalz hergestellt wurden, zu verzehren.

UNTERSCHIED: HEISSE UND KALTE KNOTEN

Schilddrüsenknoten werden in heiße und kalte Knoten unterteilt. Heiße Knoten sind Gewebeveränderungen in der Schilddrüse, die Jod verstärkt aufnehmen. Sie bilden damit unkontrolliert Hormone und schütten diese aus. So kann es langfristig meist zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen. Bei heißen Knoten ist fast immer sicher, dass es sich um gutartige Veränderungen handelt. Kalte Knoten sind dagegen inaktiv, nehmen kein Jod auf und produzieren folglich keine Schilddrüsenhormone. Die allermeisten kalten Knoten sind ebenfalls gutartig. In seltenen Fällen kann sich hinter einem kalten Knoten ein bösartiger Tumor verbergen (maximal fünf Prozent aller kalten Knoten).

Quellen:

  1. Johner SA et al. (2014): Is measurement of urinary iodine concentration consistently reliable to assess iodine status?, Posterpräsentation anlässlich des 38th Annual Meeting European Thyroid Association, Santiago de Compostela, 6.-10. September 2014
  2. Grussendorf M et al (2011): Reduction of Thyroid Nodule Volume by Levothyroxine and Iodine Alone and in Combination: A Randomized, Placebo-Controlled Trial

Letzte Aktualisierung: 15.08.2018