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HASHIMOTO THYREOIDITIS UND MORBUS BASEDOW: WIE VIEL JOD VERTRÄGT DIE SCHILDDRÜSE BEI AUTOIMMUNEN SCHILDDRÜSENERKRANKUNGEN?

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Steuerungsorgan im Körper. Sie kann jedoch von Autoimmunerkrankungen, wie Hashimoto Thyreoiditis oder Morbus Basedow, betroffen sein. Dabei richten sich Antikörper gegen die Schilddrüse und lösen Funktionsstörungen aus. Bei Hashimoto kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion, bei Morbus Basedow zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Viele Betroffene sind verunsichert, ob sie weiterhin Jod – beispielsweise über Fisch oder Jodsalz – aufnehmen dürfen. Dabei steht fest: Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Der Körper benötigt es, um Schilddrüsenhormone herzustellen. Das strikte Meiden von Jod ist daher auch bei einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse nicht notwendig.

AUTOIMMUNERKRANKUNGEN DER SCHILDDRÜSE: HASHIMOTO THYREOIDITIS UND MORBUS BASEDOW

Die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der das Abwehrsystem des Körpers irrtümlich bestimmte Schilddrüseneiweiße bekämpft. Daraufhin werden die Schilddrüsenzellen zerstört und mehr Schilddrüsenhormone freigesetzt, sodass Patienten zunächst zeitweise an einer Überfunktion leiden. Daraus resultiert anschließend häufig eine dauerhafte und unumkehrbare Schilddrüsenunterfunktion. Bei Morbus Basedow regen bestimmte Antikörper des körpereigenen Abwehrsystems die Schilddrüse zu einer unkontrollierten Produktion und Freisetzung von Schilddrüsenhormonen an. Dadurch entsteht eine Überfunktion der Schilddrüse.

Empfehlungen für die Zufuhr von Jod bei Autoimmunerkrankungen

Auch Patienten mit Hashimoto oder Morbus Basedow dürfen Jod aufnehmen. Generell empfehlen Ernährungsexperten gesunden Erwachsenen eine Zufuhr von 100 bis 200 Mikrogramm Jod pro Tag. Jodhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel Seefisch, Milch, Milchprodukte und jodiertes Speisesalz, das die wichtigste Jodquelle für weite Teile der deutschen Bevölkerung ist. Bei Morbus Basedow oder Hashimoto ist die Zufuhrmenge, die in der Regel in Deutschland über die Ernährung inklusive Jodsalz erfolgt, unbedenklich. Auf eine erhöhte Jodzufuhr (über 300 Mikrogramm pro Tag) zum Beispiel über Jod- und Algentabletten sowie sehr algenhaltige Speisen sollten Patienten mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse allerdings verzichten.

JODMANGEL: KROPF SOWIE FOLGEERKRANKUNGEN DER SCHILDDRÜSE MÖGLICH

Eine ausreichende Aufnahme von Jod ist auch wichtig, um anderen Schilddrüsenerkrankungen vorzubeugen. Erhält die Schilddrüse durch die Nahrung nicht ausreichend von dem lebenswichtigen Spurenelement, vergrößern sich ihre Zellen, um die geringen Mengen an Jod besonders effektiv zu nutzen. Dadurch kann es zu einem Kropf, auch Jodmangelstruma genannt, kommen. Kann die Schilddrüse trotz dieser Vergrößerung nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone bilden, entwickelt sich eine Unterfunktion. Lange bestehende Jodmangelstrumen können sich so verändern, dass heiße oder kalte Knoten entstehen. Heiße Knoten produzieren unkontrolliert Schilddrüsenhormone und führen zu einer Überfunktion. Kalte Knoten sind inaktiv und bilden keine Hormone mehr, jedoch entwickeln sich circa fünf Prozent der kalten Knoten bösartig. In Deutschland werden jährlich ungefähr 5000 Fälle von Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. Es zeigt sich: Jod ist lebenswichtig – ohne das Spurenelement kann die Schilddrüse nicht richtig funktionieren.

Jod in der Schwangerschaft

Für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern ist eine ausreichende Jodversorgung der Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit enorm wichtig. Auch bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sollten Frauen daher Jod in einer Dosis von 100 bis 200 Mikrogramm einnehmen.

Letzte Aktualisierung: 15.08.2018