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BEI DER THERAPIE VON DIABETES AUF DIE SCHILDDRÜSE ACHTEN!

Diabetes mellitus, auch bezeichnet als Zuckerkrankheit, betrifft in Deutschland etwa
8 Millionen Menschen. Charakteristisch ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel, der entsteht, weil die Bauchspeicheldrüse kein bzw. nicht mehr ausreichend Insulin produziert. Dieses Hormon schleust normalerweise den Zucker aus dem Blut in die Zellen. Die meisten Diabetiker müssen Insulin deshalb in künstlicher Form zuführen. Was viele aber unterschätzen: Störungen der Bauchspeicheldrüse können sich auch auf die Schilddrüse auswirken. Umgekehrt kann eine Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse Symptome eines Diabetes fördern bzw. die Einstellung und Behandlung eines Diabetes erschweren.

BEI DIABETES HÄUFIGER: HASHIMOTO THYREOIDITIS UND MORBUS BASEDOW

Typ 1 Diabetiker leiden im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger an Störungen der Schilddrüse. Dazu zählen so genannte Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto Thyreoiditis oder Morbus Basedow. Bei diesen Krankheitstypen richtet sich das Abwehrsystem des Körpers irrtümlich gegen den eigenen Organismus. Experten empfehlen Typ 1 Diabetikern daher, regelmäßig ihren TSH-Wert bestimmen zu lassen. Ist dieser auffällig, wird die Blutkonzentration von bestimmten Abwehreiweißen (Antikörpern) gemessen. Diese können erste Hinweise auf eine beginnende Autoimmunerkrankung liefern.

In der Schilddrüse bei Diabetikern ebenfalls häufiger: Knoten oder Struma

Auch Gewebeveränderungen in der Schilddrüse wie Knoten oder Struma (Kropf) treten bei Diabetes-Patienten häufiger auf. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht vollständig geklärt. Kürzlich konnte eine Studie sogar ein deutlich reduziertes Struma-Risiko bei Diabetikern nachweisen – aber nur, wenn diese das Diabetes-Medikament Metformin eingenommen hatten. In jedem Fall ist es ratsam, sich als Diabetiker regelmäßig – mindestens einmal jährlich – an der Schilddrüse untersuchen zu lassen. So können mögliche Störungen frühzeitig festgestellt und behandelt werden.

Überfunktion und Unterfunktion der Schilddrüse erschweren Diabetes-Therapie

Schilddrüsenerkrankungen erschweren ihrerseits aber auch die Therapie und die richtige Einstellung eines Diabetes. So begünstigt beispielsweise eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) eine Hyperglykämie, d.h. einen starken Anstieg des Blutzuckers. Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) hingegen sinkt der Blutzuckerspiegel und es kann zu einer gefährlichen Unterzuckerung  (Hypoglykämie) kommen. Diese Wechselwirkungen entstehen, weil Schilddrüsenhormone u.a. beeinflussen, wie viel Zucker in das Blut gelangt und wie viel von dem Regulator Insulin im Körper zirkuliert. Daher ist es wichtig, dass Diabetes- und Schilddrüsentherapie von dem Arzt kontinuierlich aufeinander abgestimmt werden.

Quellen:

M. Derwahl: Wechselwirkungen zwischen Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes mellitus: Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselentgleisungen und Schilddrüsenkarzinom. Der Nuklearmediziner 2013; 36:212-218

Ittermann T, Markus M R, Schipf S et al.: Metformin inhibits goitrogenous effects of type-II-diabetes . Eur J Endocrinol 2013; 169:9-15

Letzte Aktualisierung: 15.08.2018