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IMPFEN AUCH BEI AUTOIMMUNERKRANKUNGEN DER SCHILDDRÜSE EMPFOHLEN

Schutzimpfungen sollten auch bei Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis durchgeführt werden. Das empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, die in Deutschland federführende medizinische Einrichtung zu Impffragen. Die Sorge, eine Impfung könnte immunologisch bedingte Erkrankungen verschlimmern, konnte in zahlreichen Studien nicht bestätigt werden.

Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis gehören zu den so genannten Autoimmunerkrankungen. Bei diesem Krankheitstyp richtet sich das Abwehrsystem des Körpers irrtümlich gegen den eigenen Organismus. Im Fall des Morbus Basedow bewirken bestimmte Abwehreiweiße (Antikörper) eine unkontrollierte Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen, so dass es zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis zerstören fehlgeleitete Abwehrzellen das Schilddrüsengewebe, sodass sich letztlich eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt.

Da die Wirkung von Impfungen auf einem immunologischen Prozess beruht, befürchteten Impfkritiker, dass sie bei Autoimmunerkrankungen einen Krankheitsschub auslösen könnten. Diese Sorge ist im Allgemeinen jedoch unbegründet. Die STIKO hat bereits im Jahr 2005 geklärt, dass Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis kein Hindernis für Schutzimpfungen darstellen. Liegen außer den genannten Erkrankungen keine weiteren Gesundheitseinschränkungen vor, steht Impfungen nichts im Wege.

Obwohl sie zu den wirksamsten und kostengünstigsten Vorbeugemaßnahmen gehören, gibt es in Deutschland keine Verpflichtung zur Impfung. Daher sind sich viele Bundesbürger der Bedeutung von Impfungen zur Prophylaxe nicht ausreichend bewusst. Schutzimpfungen regen die Immunabwehr an, um einen vorbeugenden Schutz gegenüber Infektionskrankheiten aufzubauen. So hilft das Impfen nicht nur dem Einzelnen, sondern auch der gesamten Bevölkerung, weil es die Ausbreitung von gefährlichen Erregern verhindert.

GRIPPEIMPFUNG AB DEM 60. LEBENSJAHR AUCH FÜR SCHILDDRÜSENPATIENTEN

Grippeimpfungen empfiehlt die STIKO für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr. Das gilt auch für Patienten mit Morbus Basedow und Hashimoto Thyreoiditis. Die Impfung sollte einmal jährlich im Herbst durchgeführt werden. Außerdem sollten unabhängig vom Alter alle Personengruppen geimpft werden, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel medizinisches Personal sowie Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, Abwehrschwäche oder chronischen Lungen-, Herz-, Leber- bzw. Nierenleiden.

Patienten mit Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis haben dagegen keine erhöhte Anfälligkeit für Grippeinfektionen. Jedoch schränken die Erkrankungen die Impfbarkeit auch nicht ein. Daher gilt für die betroffenen Patienten – auch unter laufender Behandlung – die normale Empfehlung für Grippeimpfungen.

Quellen:

STIKO. Stellen Autoimmunerkrankungen (z.B. Myasthenia gravis, Hashimoto Thyreoiditis) Kontraindikationen gegen Impfungen dar? http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_Kontraindi/FAQ01.html?nn=2391120 (Abruf: 20.8.2014)

STIKO. Stellungnahme der STIKO zum Lebendimpfstoff gegen Influenza. Epidemiologisches Bulletin 2012; 37: 367. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2012/Ausgaben/37_12.pdf?__blob=publicationFile

STIKO. Empfehlungen der Stä̈ndigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut / Stand: Juli 2012. Epidemiologisches Bulletin 2012; 30: 281 u. 291. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2012/Ausgaben/30_12.pdf?__blob=publicationFile

Letzte Aktualisierung: 15.08.2018