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GLEICHER WIRKSTOFF HEISST NICHT IMMER GLEICHE WIRKUNG: SCHILDDRÜSENHORMONPRÄPARATE SOLLTEN BEI STABILER EINSTELLUNG NICHT AUSGETAUSCHT WERDEN

Frau K. ist nach einer Operation seit Jahren auf die Einnahme von Schilddrüsenhormon angewiesen. Bis die richtige Dosis für sie gefunden wurde, dauerte es einige Zeit – jetzt ist sie aber schon lange gut eingestellt und fühlt sich wohl. Als sie vor vier Wochen ihr Rezept einlösen wollte, gab ihr die Apothekerin nicht ihr gewohntes Medikament, sondern ein Schilddrüsenhormonpräparat von einem anderen Hersteller, mit dem ihre Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat.

Frau K. war erst skeptisch, aber die Apothekerin beruhigte sie „Das ist genau der gleiche Wirkstoff und die gleiche Dosierung“, hieß es. Deswegen kam Frau K. auch erst nicht auf die Idee, dass die in den nächsten Wochen bemerkte Müdigkeit und Antriebslosigkeit etwas mit der Schilddrüse zu tun haben könnte. Erst bei einem Routine-Check bei ihrem Hausarzt wurde dann festgestellt, dass ihre vorher so stabile Hormonsituation ins Wanken gekommen war.

Was war der Grund? Auch wenn auf der Packung die gleiche Menge an Schilddrüsenhormon angegeben ist, können sich die Präparate deutlich unterscheiden. So wird die Aufnahme des Schilddrüsenhormons aus dem Darm auch durch Faktoren wie Hilfsstoffe und Produktionsverfahren beeinflusst. Die Hormonmenge, die dann tatsächlich im Körper ankommt, kann daher zwischen zwei Präparaten sehr unterschiedlich ausfallen, sodass bei einem Wechsel unter Umständen eine andere Dosis erforderlich ist. Dies müsste dann wie bei der Ersteinstellung durch Bluttests kontrolliert werden.

Um all dies zu vermeiden gibt es einen einfachen Weg: Kreuzt der behandelnde Arzt auf dem Rezept „aut idem“ an, stellt er damit sicher, dass ihr bisheriges Schilddrüsen-Präparat vom Apotheker nicht ausgetauscht werden darf. Dieses Vorgehen wird auch in dem als sehr pharmakritisch geltendem „Arznei-Telegramm“ ausdrücklich empfohlen. Ohnehin bringt der Wechsel auf ein anderes Präparate keine große Ersparnis: Ein Blick auf die Preise zeigt, gerade einmal maximal 3,84 € pro Jahr (!) könnten die Krankenkasse durch einen Präparatewechsel einsparen.










Letzte Aktualisierung: 15.08.2018