Schilddrüsenknoten mit Kombikraft bekämpfen

Schilddrüsenknoten sind kein Einzelschicksal. Bei etwa einem Drittel aller erwachsenen Bundesbürger lassen sich Knoten in der Schilddrüse nachweisen, die in den allermeisten Fällen gutartig sind. Wissenschaftler aus Deutschland konnten jetzt in einer wissenschaftlichen Studie zeigen, mit welchen Medikamenten man das Knotenwachstum am besten ausbremst und Schilddrüsenknoten zum Schrumpfen bringt.

Die Ursache für das häufige Auftreten von Schilddrüsenvergrößerungen (Kropf oder Struma genannt) und Knoten ist der ausgeprägte Jodmangel, der in Deutschland über Jahrzehnte bestand. Jod wird für die Produktion von Schilddrüsenhormon benötigt. Bei Jodmangel versucht die Schilddrüse durch Größenwachstum ihre Funktion aufrecht zu erhalten, dabei entstehen dann im Laufe der Jahre oft auch Schilddrüsenknoten. Die meisten dieser Knoten sind gutartig und gehen mit normalen Hormonspiegeln einher. Sie können durch ihr Wachstum im engen Halsraum aber zu unangenehmen Symptomen führen.

Bei der medikamentösen Therapie solch vergrößerter Schilddrüsen und Knoten gibt es zwei mögliche Ansätze: Zum einen kann man versuchen, die Schilddrüsen durch die Gabe von Schilddrüsenhormon (Thyroxin) zu entlasten und über diesen Weg die Knoten zu verkleinern. Zum anderen lässt sich durch die Gabe von Jod ein wichtiger Wachstumsreiz für das Schilddrüsengewebe ausschalten.

Kombinationstherapie am erfolgreichsten

In einer großen Studie mit mehr als 1.000 Patienten mit gutartigen Schilddrüsenknoten untersuchten Wissenschaftler aus 60 Zentren in Deutschland, welche Strategie am erfolgreichsten ist. Über ein Jahr bekamen die Patienten ein Scheinmedikament, Schilddrüsenhormon, Jod oder eine Kombination von Hormon und Jod.  Das Ergebnis: Am besten lassen sich die Knoten durch eine Kombination von Schilddrüsenhormon und Jod zum Schrumpfen bringen. Auch die Gabe der Einzelsubstanzen hat einen gewissen Effekt, der aber nicht an die Ergebnisse der Kombinationstherapie heranreicht. Schilddrüsenhormon und Jod stehen in einer Fixkombination zur Verfügung, das heißt, die Patienten brauchen nur eine einzige Tablette pro Tag einnehmen.

Frühzeitig auf ausreichende Jodversorgung achten

Was die Studie ebenfalls gezeigt hat: Die Patienten mit Schilddrüsenknoten hatten im Vergleich zur Normalbevölkerung deutlich niedrigere Jodspiegel. Dies ist ein zusätzlicher Hinweis auf die wichtige Rolle des Jodmangels bei der Entstehung solcher Knoten. Durch eine ausreichende Jodversorgung von Kindesbeinen an kann also jeder selbst zur Gesunderhaltung der Schilddrüse beitragen.

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