Hashimoto-Thyreoiditis: Zusammenhänge mit anderen Autoimmunerkrankungen?

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der sich Antikörper gegen das Organ bilden und es schädigen. Hashimoto ist die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion im Erwachsenenalter. Doch steht die Erkrankung auch im Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen?

Häufige Begleiterkrankung: Atrophische Gastritis

Die Wahrscheinlichkeit, dass neben Hashimoto eine weitere Autoimmunerkrankung auftritt, ist relativ gering. Haben Patienten allerdings Beschwerden, obwohl sie medikamentös gut eingestellt sind, sollte der Arzt diesen Zusammenhang im Blick behalten. Eine Begleiterkrankung, die bei Hashimoto häufig auftritt, ist eine autoimmun bedingte schmerzlose Magenschleimhautentzündung (atrophische Gastritis Typ A). In der Folge entsteht ein Vitamin B 12 Mangel. Dieser wiederum kann im Verlauf zu einer Blutarmut (Perniziöse Anämie) führen. Fühlen sich Hashimoto-Patienten trotz guter Einstellung plötzlich müde und abgeschlagen, ist es sinnvoll, dass der Arzt den Vitamin B12 Status überprüft.

Sehr selten: Zöliakie, Morbus Addison, Diabetes

In seltenen Fällen können weitere Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang mit einer Hashimoto auftreten. Zum einen ist dies die Zöliakie, die zu einer Unverträglichkeit gegenüber Gluten (Getreideeiweiß) führt. Sehr selten entwickelt sich eine autoimmun bedingte Unterfunktion der Nebenniere (Morbus Addison). Dabei produziert die Nebenniere das lebensnotwendige Stresshormon Kortisol nicht mehr. Des Weiteren ist die Erkrankung an Diabetes Typ 1 möglich, an dem überwiegend Kinder und sehr junge Menschen erkranken. Menschen mit Morbus Addison oder Diabetes Typ 1 haben ein höheres Risiko, an Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken, als umgekehrt, also dass bei Patienten mit Hashimoto eine dieser Krankheiten auftritt.

Hashimoto: Antikörper gegen die Schilddrüse

Die Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis ist genetisch bedingt, das heißt, sie tritt familiär gehäuft auf. Bei der Erkrankung erkennt das Immunsystem die Strukturen der Schilddrüse als „fremd“ an und bildet daher Antikörper, die das Gewebe zerstören. Im Laufe der Zeit entwickelt sich meistens eine Schilddrüsenunterfunktion, sodass dem Köper nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone zur Verfügung stehen. Typische Symptome sind Müdigkeit, Antriebsarmut, Gewichtszunahme, Verstopfung sowie Haarausfall. Eine Hashimoto wird mit der Gabe von Schilddrüsenhormonen behandelt.

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Quellen:

  • Tuhan H et al.: Celiac disease in children and adolescents with Hashimoto Thyroiditis DOI: 10.5152/TurkPediatriArs.2016.3566
  • Derwahl M: Wechselwirkungen zwischen Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes mellitus: Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselentgleisungen und Schilddrüsenkarzinom. Der Nuklearmediziner 2013; 36:212-218
  • Hansen MP, Erlich M, Kahaly GJ: Morbus Addison und pluriglanduläre Syndrome. J Klin Endokrinol Stoffw 2013; 6 (2)
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