Schilddrüsenlexikon

A

Adenom:
gutartiger Knoten in einer Drüse.

Adenom, autonomes:
Knoten, der ohne die Regulation der Hirnanhangsdrüse Schilddrüsenhormone produziert (siehe auch "heißer" Knoten).

Antikörper:
Abwehrstoffe, die das Immunsystem gegen körperfremde Stoffe produziert.

Aplasie:
das Fehlen eines Organs von Geburt an.

Aspirationszytologie:
mikroskopische Untersuchung der Zellen, die bei einer Feinnadelpunktion angesaugt wurden.

Athyreose:
das angeborene völlige Fehlen der Schilddrüse.

Autoantikörper:
Abwehrstoffe, die das Immunsystem gegen körpereigene Stoffe produziert.

Autoimmunhyperthyreose:
Schilddrüsenüberfunktion, deren Ursache eine Autoimmunkrankheit ist.

Autoimmunhypothyreose:
Schilddrüsenunterfunktion, deren Ursache eine Autoimmunkrankheit ist.

Autoimmunkrankheit:
Krankheit, die durch körpereigene Abwehrstoffe (Autoantikörper) verursacht ist. Das Immunsystem produziert Abwehrstoffe gegen den eigenen Körper und führt bisweilen zu Funktionsbeeinträchtigungen.

Autoimmunthyreoiditis:
Schilddrüsenentzündung, die durch körpereigene Abwehrstoffe (Autoantikörper) verursacht wird.

autonom:
unabhängig, selbstständig.

Autonomie der Schilddrüse:
selbstständiges Arbeiten der Schilddrüsenzellen. Die Hormonproduktion ist nicht am tatsächlichen Bedarf orientiert und lässt sich nicht von der Hirnanhangsdrüse beeinflussen. Dies führt zur Überfunktion der Schilddrüse.

<< zurück

B

Basedow-Erkrankung, Basedow'sche Krankheit:
Schilddrüsenüberfunktion, die durch eine Autoimmunkrankheit ausgelöst ist. Häufig ist sie kombiniert mit einem Hervortreten der Augen oder anderen Symptomen der endokrinen Orbitopathie. Die Krankheit ist nach dem Arzt Karl Adolf von Basedow benannt.

benigne:
gutartig.

<< zurück

C

Calcitonin (Kalzitonin):
Hormon für den Calciumstoffwechsel (Kalziumstoffwechsel), wird in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet.

Carbimazol:
Medikament, das bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt wird. Gehört zu den Schilddrüsenblockern oder Thyreostatika.

Computertomographie:
spezielles Röntgenverfahren, bei dem der Körper schichtweise abgebildet wird.

<< zurück

D

Dekompensation:
Entgleisung.

<< zurück

E

Endokrin:
(in den Blutkreislauf Stoffe absondernd) Eine endokrine Drüse sondert ihr Sekret (Hormon) ins Körperinnere ab. Dies tut die Schilddrüse wie alle hormonproduzierenden Drüsen. Exokrine Drüsen hingegen, wie die Speichel- oder Tränendrüsen, geben nach außen hin Flüssigkeit ab.

endokrine Drüsen:
hormonproduzierende Drüsen wie Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Eierstöcke, Hoden, Nebenniere, Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).

endokrine Orbitopathie:
vom Immunsystem ausgehende Augenerkrankung, häufig kombiniert mit der Basedow-Erkrankung.

Endokrinologe:
Arzt, der sich mit den Erkrankungen der endokrinen, inneren Drüsen beschäftigt, also ein Spezialist für Hormonstörungen.

Epithelkörperchen:
Nebenschilddrüsen. Sie regulieren mit ihrem Parathormon den Kalziumstoffwechsel.

Euthyreose:
normale Schilddrüsenfunktion.

euthyreote Stoffwechsellage:
Die Stoffwechsellage ist gekennzeichnet durch normale Schilddrüsenhormonwerte.

Exophthalmus:
Hervortreten der Augen.

De-Quervain-Thyreoiditis:
schmerzhafte, durch Viren verursachte Schilddrüsenentzündung. Sie heißt auch subakute Entzündung, da sie akut beginnt, aber länger anhält.

<< zurück

F

Feinnadelpunktion:
Gewebegewinnung mittels einer feinen Nadel zur anschließenden mikroskopischen Untersuchung.

<< zurück

G

Gammakamera:
Messgerät des Nuklearmediziners, mit dem die Szintigramme der Schilddrüse erstellt werden.

Glandula thyreoidea:
Schilddrüse.

<< zurück

H

Hashimoto-Thyreoiditis:
chronische Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis), die zur Unterfunktion der Schilddrüse führt. Nach dem japanischen Enpecker Hashimoto benannt.

„heißer" Knoten:
Knoten in der Schilddrüse, der besonders viel Jod aufnimmt und speichert. Er ist Verursacher einer Schilddrüsenüberfunktion. Im Szintigramm zeigt er sich mit den „heißen" Farben Rot und Gelb (Synonym: autonomer Knoten, autonome Adenome).

Hirnanhangsdrüse:
Hypophyse. Zum Gehirn gehörende Drüse, die Hormone produziert.

Hormone:
Botenstoffe, die von inneren (endokrinen) Drüsen produziert werden. Sie übermitteln Informationen an Zellen oder Organe.

Hyperthyreose:
Überfunktion der Schilddrüse.

Hypophyse:
Hirnanhangsdrüse. Zum Gehirn gehörende Drüse, die Hormone produziert oder andere hormonproduzierende Organe kontrolliert.

Hypothyreose:
Unterfunktion der Schilddrüse.

<< zurück

I

Immunsystem:
körpereigenes Abwehrsystem, das uns gegen körperfremde Substanzen, z. B. Krankheitserreger, schützt.

Immunthyreoiditis:
Schilddrüsenentzündung, die vom eigenen Immunsystem verursacht wird.

Indikation/indiziert:
medizinisch begründete, angezeigte Maßnahme.

<< zurück

J

Jod:
Spurenelement. Der „Rohstoff" für die „Fabrik" Schilddrüse, den sie benötigt, um die Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu produzieren.

Jodprophylaxe:
vorbeugende Maßnahme mit „Jodtabletten" (Kalium- und Natriumjodid) zur Abwendung des Jodmangels und seiner Folgen.

<< zurück

K

„kalter" Knoten:
Knoten in der Schilddrüse, der kaum oder kein Jod aufnimmt. Er ist funktionsgemindert oder funktionslos und produziert praktisch keine Schilddrüsenhormone. In seltenen Fällen enthält er bösartiges Krebsgewebe. Im Szintigramm zeigt er sich mit den „kalten" Farben Blau und Violett.

Kalzitonin (Calcitonin):
Hormon für den Kalziumstoffwechsel (Calciumstoffwechsel), wird in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet.

Karzinom:
bösartiges Gewebe, Krebs.

Kernspintomographie:
Magnetresonanztomographie (MRT). Ähnlich wie bei der Computertomographie wird der Körper in Schichten abgebildet, hier mit Hilfe von Magnetfeldern.

Kontrastmittel:
Substanz, die Röntgenstrahlen schwächer oder stärker aufnimmt (absorbiert) als das Gewebe. Gewebe, das Kontrastmittel aufgenommen hat, wird somit in der Röntgenuntersuchung hervorgehoben.

Kropf:
Struma, vergrößerte und/oder knotige Schilddrüse.

<< zurück

L

Levothyroxin (L-Thyroxin):
Medikament aus dem synthetisch hergestellten Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4), mit dem körpereigenen Hormon völlig identisch. Wird vom Körper „automatisch" bedarfsgerecht in Liothyronin umgewandelt. Levothyroxin wird als Ersatz für das körpereigene Thyroxin gegeben, z.B. bei einer Hypothyreose oder fehlenden Schilddrüse. Über 95 % aller verschriebenen Schilddrüsenmedikamente enthalten Levothyroxin.

Liothyronin:
ein anderes Wort für „Trijodthyronin", das T3-Hormon der Schilddrüse, bereits die aktive Wirkform von Thyroxin. Dementsprechend kein „Puffermechanismus" der körpereigenen bedarfsgerechten Umwandlung möglich. Weniger als 1 % aller verschriebenen Schilddrüsenmedikamente enthalten ausschließlich Liothyronin.

<< zurück

M

Magnetresonanztomographie (MRT):
Kernspintomographie. Ähnlich wie bei der Computertomographie wird der Körper in Schichten abgebildet, hier mit Hilfe von Magnetfeldern.

MAK:
alte Bezeichnung für TPO-Antikörper. Antikörper, die bei autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankungen im Blut erhöht sein können.

maligne:
bösartig.

MEN:
multiple endokrine Neoplasie. Bezeichnet das vererbbare gleichzeitige Vorkommen von Tumoren verschiedener innerer Drüsen.

Metastasen:
Tochtergeschwülste bösartiger Tumoren.

Morbus Basedow:
siehe Basedow-Erkrankung.

<< zurück

N

Nebenschilddrüsen:
Epithelkörperchen; sie regulieren mit ihrem Hormon, dem Parathormon, den Kalziumstoffwechsel.

Neoplasie:
Neubildung von Gewebe, Tumor.

Neuromonitoring:
elektrische Stimulation und damit Funktionskontrolle des Stimmbandnervs während der Schilddrüsenoperation. Dadurch kann im Gefahrenbereich des Nervs besonders aufmerksam gearbeitet werden.

Nuklearmediziner:
Arzt, der radioaktive Substanzen zur Diagnose und Therapie einsetzt.

<< zurück

O

Ösophagus:
Speiseröhre.

Orbitopathie:
Erkrankung der Augenhöhle.

<< zurück

P

Parathormon:
Hormon der Nebenschilddrüsen. Es regelt den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel.

Prognose:
Vorhersage über den Verlauf einer Erkrankung.

Prophylaxe:
Vorbeugung.

<< zurück

R

Radiojod:
künstlich radioaktiv gemachtes Jod.

Radiojodtherapie:
Behandlungsmethode, bei der radioaktives Jod in geringer Menge gezielt eingesetzt wird. Das Radiojod wird in Form einer Kapsel geschluckt und erreicht über die Blutbahn die Schilddrüse. Dort werden durch die radioaktive Strahlung Schilddrüsenzellen vernichtet. So lässt sich zum Beispiel eine Überfunktion beseitigen.

Radionuklid-Uptake:
die Einnahme einer radioaktiven Substanz, die von der Schilddrüse aufgenommen wird. Die Höhe der aufgenommenen Menge lässt Rückschlüsse auf die Produktivität der Schilddrüse zu.

Recurrensparese:
Lähmung des Stimmbandnervs.

Remission:
temporäres oder dauerhaftes Nachlassen von Krankheitssymptomen.

Rezidiv:
Wiederauftreten einer Erkrankung, Rückfall.

Rezidivprophylaxe:
Verhinderung eines Rückfalls, z. B. beim Schilddrüsenkropf: Vorbeugung gegen ein erneutes Kropfwachstums im Anschluss an eine erfolgreiche Behandlung.

<< zurück

S

Sonographie:
Ultraschalluntersuchung.

Struma:
Kropf, Vergrößerung und/oder knotige Veränderung der Schilddrüse.

Substitutionstherapie:
Ersatz eines fehlenden Stoffes durch Medikamente, zum Beispiel Ersatz für die Schilddrüsenhormone bei Unterfunktion.

Suppression:
Unterdrückung.

Szintigramm:
Ergebnis der Szintigraphie. Es lässt Aussagen über die Funktion der Schilddrüse zu.

Szintigraphie:
Untersuchungsmethode, bei der eine zuvor injizierte und über die Blutbahn in die Schilddrüse gelangte schwach radioaktive Substanz bildlich dargestellt wird. Aufgrund der Aufnahme, Verteilung und Speicherung dieser schwach radioaktiven Substanz in der Schilddrüse können Aussagen über die Funktion der Schilddrüse gemacht werden.

<< zurück

T

Tachykardie:
schneller Puls, schneller Herzschlag.

TAK:

Thyreoglobulin-Antikörper (Tg-Antikörper), die bei autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankungen im Blut erhöht sein können.

Tetrajodthyronin:
das Schilddrüsenhormon T4 (s. a. L-Thyroxin).

Thiamazol:
Medikament, das bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt wird. Gehört zu den Schilddrüsenblockern oder Thyreostatika.

Thyreoglobulin (Tg):
Speichereiweiß der Schilddrüsenhormone.

Thyreoglobulin-Antikörper (TAK):
Abwehrstoffe gegen Thyreoglobuline, die bei autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankungen im Blut erhöht sein können. Auch als Tg-Antikörper bezeichnet.

Thyreoiditis:
Schilddrüsenentzündung.

Thyreostatika:
Medikamente zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion. Sie hemmen die Bildung oder Aufnahme von Schilddrüsenhormonen. Auch als Schilddrüsenblocker bezeichnet.

Thyreotropin-releasing-Hormon (TRH):
Hormon, das aus der Hirnregion Hypothalamus stammt und die Hirnanhangdrüse zur Freisetzung des TSH veranlasst.

Thyroxin (T4):
das Schilddrüsenhormon Tetrajodthyronin (siehe auch „Levothyroxin").

Thyroxin bindendes Globulin (TBG):
Transportprotein für Schilddrüsenhormone.

TPO-Antikörper:
Antikörper gegen thyreoidale Peroxidase, die bei autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankungen im Blut erhöht sein können.

Trachea:
Luftröhre.

TRAK:
TSH-Rezeptor-Antikörper, die bei der autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow im Blut erhöht sein können.

Tremor:
Zittern, Muskelzuckungen.

TRH:
Thyreotropin-releasing-Hormon. Hormon, das aus der Hirnregion Hypothalamus stammt und die Hirnanhangsdrüse zur Freisetzung des TSH veranlasst.

Trijodthyronin:
das Schilddrüsenhormon T3 (siehe auch „Liothyronin").

TSH:
thyreoideastimulierendes Hormon. Das Hormon der Hirnanhangsdrüse, welches die Schilddrüse stimuliert, die Schilddrüsenhormone zu produzieren.

<< zurück

U

Uptake:
Messwert für die Aufnahme einer radioaktiven Substanz in der Schilddrüse. Ein hoher Uptake findet sich bei Überfunktion, ein niedriger bei Entzündungen, „kalten" Knoten und Unterfunktion.

<< zurück

Z

Zungengrundschilddrüse:
versprengtes Schilddrüsengewebe, das sich am Zungengrund entwickelt hat.

Zyste:
flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der sich in einem Organ entwickelt hat.

zytologische Untersuchung:
Untersuchung einzelner Zellen (Zyten) auf krankhafte Veränderungen.

<< zurück

X