Überfunktion der Schilddrüse

Überfunktion der Schilddrüse

Kann man trotz einer Überfunktion der Schilddrüse an Gewicht zunehmen?

Eine Überfunktion der Schilddrüse bewirkt einen höheren Energieverbrauch im Körper, so dass Betroffenene in aller Regel ungewollt Gewicht abnehmen — solange die Funktionsstörung nicht behandelt wird. Allerdings kann durch eine Überfunktion der Schilddrüse auch der Appetit drastisch gesteigert sein, bis hin zu regelrechtem Heißhunger. Durch diese Appetitsteigerung kommt es dazu, dass trotz Mehrverbrauchs des Körpers zu viel gegessen wird. Achten Sie deshalb darauf, ob sich Ihre Ernährungsgewohnheiten durch die Schilddrüsenerkrankung wesentlich verändert haben, Sie z. B. insgesamt mehr essen als früher. Sobald die Überfunktion der Schilddrüse bei Ihnen behandelt wurde und der Stoffwechsel wieder im Gleichgewicht ist, benötigt Ihr Körper weniger Nahrung als während der Erkrankung. Achten Sie deshalb besonders in dieser Zeit auf eine ausgewogene Ernährung und essen Sie in Maßen. Bevorzugen Sie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte; regelmäßige Bewegung erleichtert es Ihnen, Ihr Gewicht zu kontrollieren.

Häufige Nervosität, Herzrasen, unruhiger Schlaf und stetiger Gewichtsverlust

Diese Symptome sprechen für eine Überfunktion der Schilddrüse. Bei dieser Krankheit gibt die Schilddrüse zu viel Hormone an den Organismus ab. Dies hat Auswirkungen auf eine Reihe von Körperfunktionen. Die beschriebenen Anzeichen sind dabei ganz typische Folgen. Eine Bestimmung der Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut gibt über die Funktion Ihrer Schilddrüse Auskunft.

Kann übermäßiges Schwitzen mit der Schilddrüse zusammenhängen?

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann ein Grund für vermehrtes Schwitzen sein. Allerdings gibt es auch andere Gründe dafür, wie z. B. Wechseljahre bei Frauen oder Diabetes mellitus. Sie sollten sich deshalb gründlich von einem Arzt untersuchen lassen, der dabei auch die Schilddrüsenfunktion überprüft. Falls sich tatsächlich eine Überfunktion der Schilddrüse findet, kann diese gut behandelt werden.

Was ist bei einer bevorstehenden Herzkatheter-Untersuchung zu beachten?

Bei bestimmten Gefäßuntersuchungen wie der Herzkatheter-Untersuchung oder auch bei manchen Computertomographien werden jodhaltige Kontrastmittel verabreicht, um Veränderungen oder Erkrankungen besser sichtbar zu machen. Bestehen bereits heiße Knoten oder ein Morbus Basedow, sollten unbedingt vorher Schilddrüsenblocker (Thyreostatika) eingenommen werden, um die Schilddrüse zu schützen. Diese Medikamente verhindern, dass unkontrolliert Jod aus dem Kontrastmittel von der Schilddrüse aufgenommen wird und es zu einer „Entgleisung“ der Hormonproduktion kommt. Da heiße Knoten gerade bei älteren Menschen auch im Verborgenen bestehen können, sollte vor der geplanten Herzkatheter-Untersuchung sicherheitshalber die Schilddrüse auf Knoten überprüft werden, auch wenn kein Verdacht besteht.

Wie entsteht eine Überfunktion der Schilddrüse?

In fast der Hälfte aller Fälle lösen heiße Knoten eine Überfunktion der Schilddrüse aus, die sich häufig in einer vergrößerten Schilddrüse finden (Knoten-Kropf). Gerade bei älteren Menschen ist die mangelnde Jodzufuhr über Jahrzehnte die Ursache für diese Gewebeveränderungen. Heiße Knoten bilden unkontrolliert Hormone, so dass es zu den körperlichen Erscheinungen einer Überfunktion der Schilddrüse kommt. Da diese Knoten sich sozusagen „selbstständig gemacht“ haben und unabhängig vom eigentlichen Bedarf des Körpers aktiv sind, werden sie autonome Adenome genannt. Eine Überfunktion der Schilddrüse kann in der anderen Hälfte der Fälle durch die Basedow`sche Erkrankung entstehen (Morbus Basedow). Diese sogenannte Autoimmunerkrankung kommt eher bei jüngeren Menschen vor. Die überschießende Hormonproduktion in der Schilddrüse wird dabei durch eine Entzündungsreaktion ausgelöst, die das eigene Immunsystem verursacht. Bei dieser Erkrankung sind oft die Augen beteiligt (sog. endokrine Orbitopathie).

Stimmt es, dass man bei einer Überfunktion der Schilddrüse z. B. Jodsalz oder Seefisch meiden sollte?

Größere Mengen an Jod könnten die Überfunktion der Schilddrüse zusätzlich ankurbeln, daher wird oft die Empfehlung zur jodarmen Ernährung gegeben. Doch diese Warnung ist meist überflüssig, denn eine riskant hohe Dosis wird auch mit Jodsalz und Seefisch nicht erreicht, solange es sich um übliche Verzehrmengen handelt. Wer also das Familienessen mit Jodsalz würzt und Fisch auf den Tisch bringt, tut etwas für die Jodversorgung aller Familienmitglieder, ohne die eigene Schilddrüsenüberfunktion negativ zu beeinflussen. Eine kritische Dosis kann beispielsweise durch den Verzehr von Algen- oder Seetangprodukten, der Einnahme von Jodtabletten sowie durch jodhaltige Desinfektions- oder Röntgenkontrastmittel erreicht werden.

Wie wirkt sich die Überfunktion der Schilddrüse auf das Herz aus? Ist z. B. ein Herzinfarkt möglich?

Das Zuviel an Schilddrüsenhormonen bei einer Überfunktion kurbelt Herz und Kreislauf übermäßig an: Der Puls erhöht sich, und das Herz schlägt buchstäblich bis zum Hals. Herzklopfen oder sogar Herzrasen belasten das Organ auf Dauer. Es können Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern auftreten, durch die ständige Überlastung kann es zu einer Herzschwäche kommen. Eine Überfunktion der Schilddrüse kann sich deshalb langfristig schwerwiegend auf die Herzfunktion auswirken und sollte deshalb rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt werden. Ein Herzinfarkt tritt nur dann auf, wenn die Gefäße bereits durch andere Einflüsse geschädigt sind, die nicht unmittelbar mit der Schilddrüse in Zusammenhang stehen.

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt?

Zunächst kann der Arzt einen sogenannten Schilddrüsenblocker verordnen. Diese Thyreostatika „bremsen“ die überschießende Produktion der Schilddrüsenhormone und verbessern so die Beschwerden der Überfunktion. Allerdings sollten die schilddrüsenblockierenden Medikamente nur etwa über zwölf Monate eingenommen werden. Besteht nach dieser Zeit die Überfunktion weiter, ist eine Beseitigung des kranken Gewebes anzustreben.
Heiße Knoten oder die Basedow`sche Erkrankung können dann gut mit der Radiojodtherapie behandelt werden. Bei einer starken Vergrößerung der Schilddrüse oder zusätzlichen kalten Knoten wird meist zu einer Operation geraten. Hohe Dosen Jod, wie sie z. B. in manchen Nahrungsergänzungsmitteln, jodhaltigen Salben oder in Algenpräparaten vorkommen, sollten bei einer Überfunktion vermieden werden.

Darf man bei einer Schilddrüsenerkrankung beispielsweise zur Haushaltsreinigung Desinfektionsmittel benutzen, die Jod enthalten?

Je nach Erkrankung sollten Betroffene auf jodhaltige Desinfektionsmittel oder Salben besser verzichten. Solche Mittel können große Mengen Jod enthalten, das über die Haut gut aufgenommen wird und so in die Schilddrüse gelangt. Diese übermäßige Zufuhr von Jod kann dann bestimmte Schilddrüsenerkrankungen verschlimmern: Autonome Adenome („heiße Knoten“) sowie die Autoimmunerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoditis werden durch diese extrem hohen Jodmengen negativ beeinflusst.

Was passiert bei einer Überfunktion der Schilddrüse im Körper?

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse werden zu viele Schilddrüsenhormone gebildet, die den Körper „überschwemmen“. Dieser Überschuss bewirkt, dass der Körper ständig „auf Hochtouren läuft“. Eine Überfunktion tritt meistens bei heißen Knoten (autonomen Adenomen) und der Basedow`schen Krankheit auf. Die Betroffenen sind unruhig, reizbar, nervös, leiden unter Konzentrationsschwäche, nachlassender Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Schwitzen, Wärmeunverträglichkeit, Haarausfall und Herzbeschwerden. Als unangenehm wird besonders ein dauerhaft erhöhter Pulsschlag empfunden. Eine Überfunktion der Schilddrüse ist ebenfalls gefährlich für das Herz: Das Zuviel an Schilddrüsenhormonen treibt das Herz zu ständiger Höchstleistung an, Vorhofflimmern und Herzschwäche können die Folge sein.

Müssen bei einer Überfunktion der Schilddrüse lebenslang Tabletten eingenommen werden?

Bei einer Autonomie ist eine Dauertherapie mit Tabletten nicht sinnvoll, weil sich diese Autonomie dadurch nicht beheben lässt. Hier ist eine Operation oder eine Radiojodtherapie nach vorübergehender Tablettenbehandlung nötig. Bei der autoimmunen Form (Basedowsche Erkrankung) kann nach 1 bis 1,5 Jahren der Behandlung mit Tabletten eine sogenannte Remission eintreten.

Was passiert bei Nichtbehandlung einer Überfunktion der Schilddrüse?

Eine Überfunktion der Schilddrüse sollte in jedem Fall behandelt werden, da diese Störung langfristig Schäden an Herz und Kreislauf anrichten kann. So kurbelt das Zuviel an Schilddrüsenhormon den gesamten Stoffwechsel an, fast alle wichtigen Funktionen im Körper laufen dann ständig auf Hochtouren: Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, Magen und Darm, Nerven und Muskeln. Beeinträchtigt sind bei einer Überfunktion aber auch Persönlichkeit und Psyche, Sexualität und Fruchtbarkeit und sogar das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln. Insbesondere das Herz kann diese ständige Überlastung nicht über eine längere Zeit aushalten, so dass es zu Herzrhythmusstörungen und anderen Erkrankungen kommen kann.

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