Schilddrüse: besonders Frauensache

Schilddrüse: besonders Frauensache

Ist es bei einem unerfüllten Kinderwunsch sinnvoll, sich die Schilddrüse untersuchen zu lassen?

Wenn das Wunschkind ausbleibt, sollte man in jedem Fall auch an die Schilddrüse denken. So können Empfängnisstörungen beispielsweise durch eine Unterfunktion bedingt sein, häufige Fehlgeburten können durch eine Überfunktion verursacht werden. Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten deshalb vom Arzt die Funktion ihrer Schilddrüse überprüfen lassen. Dabei wird der sogenannte TSH-Wert im Blut gemessen, der über eine Fehlfunktion des Organs Aufschluss gibt. Im Falle einer Unterfunktion kann mit der Einnahme von Schilddrüsenhormonen das hormonelle Gleichgewicht und somit die Empfängnisfähigkeit wiederhergestellt werden.

Sollte man während der Schwangerschaft zusätzlich Jodid-Tabletten einnehmen oder könnten diese dem Kind schaden?

Im Gegenteil, Sie fördern damit die Entwicklung Ihres Kindes. Schilddrüsenhormone, die Jod als wichtigen Baustein enthalten, sind mitverantwortlich für die Reifung und geistige Gesundheit Ihres Kindes. Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der Jodbedarf stark erhöht. Experten empfehlen daher ausdrücklich die Einnahme von Jodid-Tabletten während dieser Zeit, um den nahrungsbedingten Jodmangel auszugleichen. Achten Sie zusätzlich darauf, dass regelmäßig Seefisch auf Ihrer Speisekarte steht, und verwenden Sie jodiertes Speisesalz im Haushalt.

Sollte man bei der Einnahme von Jodtabletten in der Schwangerschaft diese während der Stillzeit fortführen?

Stillende benötigen etwa ein Drittel mehr Jod als andere Erwachsene. Dieser erhöhte Bedarf ist mit der Ernährung allein kaum zu decken, so dass nach Absprache mit dem Arzt zur Einnahme von Jodtabletten geraten wird. Die Schilddrüse des Kindes arbeitet bereits während der Schwangerschaft völlig selbstständig und ist deshalb auf die Jodversorgung durch die Mutter angewiesen. Da die Muttermilch beim Stillen die einzige Nahrung für das Kind ist, sollte die Mutter unbedingt genügend Jod aufnehmen, das sie dann über die Milch an das Kind abgibt. Ein Jodmangel des Kindes kann z. B. zu vermindertem Wachstum und verminderter Intelligenz führen.

Sind Frauen von Schilddrüsenerkrankungen häufiger betroffen als Männer?

In der breiten Bevölkerung sind Gewebeveränderungen der Schilddrüse wie Knoten oder Kropf bei weitem das häufigste Problem. Hier zeigen jüngere Untersuchungen, dass diese meist jodmangelbedingten Erkrankungen bei Frauen und Männern etwa gleich häufig sind. Allerdings sind Frauen bei einigen anderen Erkrankungen der Schilddrüse häufiger betroffen als Männer, weil sie während ihres Lebens größere und stärkere Hormonschwankungen aufweisen, z. B.
aufgrund von Schwangerschaft oder Wechseljahren. So schätzen Experten, dass Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow etwa im Verhältnis 5 : 1 bis 10 : 1 bei Frauen und Männern auftreten.
Schilddrüsenerkrankungen sind dennoch keine typischen Frauenkrankheiten:
Auch Männer sollten bei Beschwerden an die Schilddrüse denken und das Organ untersuchen lassen.

Kann eine Frau durch die Entfernung der Schilddrüse früher als gewöhnlich in die Wechseljahre kommen?

Nein. Es gibt keine Wechselwirkung zwischen der Steuerung der Eierstockfunktion durch die Hirnanhangsdrüse und der Steuerung der Schilddrüse. Wenn die Behandlung mit Schilddrüsenhormon nach Entfernung der Schilddrüse in der richtigen Dosis erfolgt, ist der Eintritt der Wechseljahre völlig normal. Nur bei Über- oder Unterdosierung kann es zu Problemen mit dem Menstruationszyklus kommen.

<< zurück

X