Operation

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Kann es durch die Operation zu Beeinträchtigungen der Sprache und Stimme kommen?

Eine Beschädigung der Stimmbandnerven ist eine mögliche Komplikation bei der Operation der Schilddrüse, die jedoch sehr selten auftritt. Nach der Operation kann bei einigen Betroffenen das Stimmband zunächst leicht in Mitleidenschaft gezogen sein. Eine solche kurzfristig veränderte Stimmqualität (z. B. tiefer oder leiser) kommt bei etwa jedem zwanzigsten Patienten vor und normalisiert sich meist innerhalb von wenigen Wochen. Das Risiko, dass durch die Operation die Stimmbänder dauerhaft geschädigt werden, ist mit 0,5 Prozent wesentlich geringer. Sofern diese Komplikation auftritt, kann die Stimmqualität durch Sprachtraining (Logopädie) verbessert werden.

Sollte man sich nach einer Operation, bei der heiße Knoten und Schilddrüsengewebe entfernt wurden, mit oder ohne Jod ernähren?

Nach einer Schilddrüsenoperation ist es ganz wichtig, der Restschilddrüse genügend Schilddrüsenhormone und/oder Jod zur Verfügung zu stellen. Sie sollten deshalb weiterhin auf eine gute Jodversorgung achten. Essen Sie regelmäßig Seefisch und verwenden Sie Jodsalz zum Würzen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Schilddrüse vergrößert und sich erneut Knoten bilden. Solange bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen keine erneute Überfunktion vorliegt, sollten Sie also auf jeden Fall ausreichend Jod zu sich nehmen.

Welche Alternative gibt es nach zwei Operationen, wenn sich erneut ein heißer Knoten gebildet hat, begleitet von Nervosität und Unruhe?

Ihre Beschwerden deuten auf eine Überfunktion hin, so dass eine Behandlung unausweichlich ist. Eine dritte Operation sollte jedoch möglichst umgangen werden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob als Alternative eine Radiojodbehandlung bei Ihnen infrage kommt. Bei dieser schmerzlosen Behandlungsmethode schlucken Sie eine Kapsel mit radioaktivem Jod, das dann in der Schilddrüse angereichert wird. Durch die Strahlung des Jods werden dann die heißen Knoten in der Schilddrüse, die für Ihre Überfunktion verantwortlich sind, „außer Gefecht gesetzt“. Da die Substanz praktisch nur in die Schilddrüse gelangt, werden keine anderen Organe von der Behandlung betroffen.

Muss eine vergrößerte Schilddrüse operiert werden oder kann man diese auch medikamentös behandeln?

Die beiden wichtigsten Faktoren für die Entscheidung sind ein spürbares Wachstum der Schilddrüse sowie lokale Beschwerden (z. B. Druckgefühl). Wenn beispielsweise die Größe der Schilddrüse und der Knoten unter Tablettenbehandlung gleich bleibt und keine weiteren Beschwerden vorliegen, kann abgewartet werden. Besonders bei älteren Personen würde man sich vermutlich so entscheiden. Wenn jedoch Beschwerden bestehen und die Schilddrüse trotz Behandlung weiter wächst, sollte der Kropf operativ entfernt werden. Allerdings können in einer vergrößerten Schilddrüse häufig auch zusätzlich Knoten entstehen. Für die Entscheidung zur Operation spielt es daher auch eine wichtige Rolle, ob diese Knoten gutartig oder bösartig sind.

Was ist die Ursache für Muskelkrämpfe nach einer Operation und wie kann man den Krämpfen entgegenwirken?

Eine mögliche Ursache für die Muskelkrämpfe könnte eine Störung im Kalzium- Haushalt sein, der von den Nebenschilddrüsen geregelt wird. Bei einer Operation der Schilddrüse können in seltenen Fällen die Nebenschilddrüsen geschädigt werden. Diese kleinen Drüsen liegen am Hinterrand der Schilddrüse und steuern den Kalzium-Spiegel im Blut, der für die Funktion der Muskeln wichtig ist. So kann es bei einer Schädigung dieser Mini-Organe zu einem absinkenden Kalzium- Spiegel und anschließend zu Muskelproblemen kommen. Daher sollte nach einer Schilddrüsenoperation der Kalzium-Spiegel kontrolliert und eventuell mit Medikamenten ausgeglichen werden.

Stimmt es, dass die Einstellung der Hormoneinnahme nach der Schilddrüsenoperation sehr schwierig ist und dass man massiv an Gewicht zunimmt?

Da nach einer Operation nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone produziert werden, müssen diese durch Tabletten ersetzt werden. Dabei ist es wichtig, dass für jeden Menschen die passende Dosis gefunden wird. Dies ist in den meisten Fällen keineswegs schwierig, erfordert jedoch ein bisschen Geduld und langsames „Herantasten“ an die individuell ausreichende Menge. Eine Gewichtszunahme sollte durch eine ausgewogene und maßvolle Ernährung sowie ausreichend Bewegung vermieden werden. Vor der Operation bewirkt der höhere Energieverbrauch bei einer Überfunktion häufig, dass die Betroffenen mehr essen müssen. Wenn diese „gewohnten“ Mengen dann beibehalten werden, obwohl die Schilddrüse wieder gesund ist, kann es zu einer Zunahme kommen.

In welchen Abständen sollte man nach einer Schilddrüsenoperation zur Nachuntersuchung gehen? Wie kann man selber vorbeugen?

Anfangs sollten Sie in Abständen von etwa drei Monaten Ihre Schilddrüse untersuchen lassen. Nach etwa zwei Jahren genügt eine jährliche Kontrolluntersuchung. Dabei lassen sich mögliche neue knotige Veränderungen in der Schilddrüse leicht feststellen. Da die Ursache für heiße oder kalte Knoten meist eine unzureichende Jodversorgung ist, sollten Sie auch nach einer Schilddrüsenoperation den Jodmangel durch eine jodreiche Ernährung und eventuell durch Jodid-Tabletten ausgleichen.

Besteht bei einer SD-Operation Gefahr für die Stimmbänder?

Wegen ihrer Nähe zur Schilddrüse sind bei einer Kropfoperation die Stimmbandnerven besonders gefährdet. Sie können durch Schwellung oder Blutergüsse im Operationsgebiet irritiert, durch Zerrung oder Druck geschädigt oder verletzt werden. Das kann zu einer teilweisen oder vollständigen Stimmbandlähmung führen, selbst nachträglich noch. Erkennungszeichen: Heiserkeit. Nicht jede Heiserkeit nach einer Operation ist eine wirkliche Stimmbandlähmung. Zu einer Lähmung der Stimmbandnerven kommt es in etwa 1-2 Prozent aller Kropfoperationen. Der Prozentsatz einer vorübergehenden Stimmbandlähmung liegt etwas höher. Meist ist sie innerhalb von sechs bis zwölf Wochen verschwunden, in Ausnahmefällen kann dies jedoch bis zu einem Jahr dauern. Das Risiko einer Stimmbandnervschädigung ist bei einer Zweitoperation etwa 5- bis 10-fach höher als bei der Erstoperation.

Gibt es für Schilddrüsenoperationen Spezialisten?

Es gibt spezialisierte Chirurgen, die endokrine Organe wie die Schilddrüse operieren. Der Hausarzt oder Endokrinologe ist üblicherweise gut informiert, wer sich auf solche Operationen spezialisiert hat. Neben Eingriffen am Blinddarm und an der Gallenblase gehören Schilddrüsenoperationen zu den häufigsten Operationen in Deutschland, so dass erfahrene Operateure in jeder Region zu finden sind. Im Zweifelsfall können Sie sich in der chirurgischen Klinik nach der Zahl Schilddrüsenoperationen der pro Jahr erkundigen. Als erfahren gelten Kliniken, die pro Jahr über 300 Schilddrüsenoperationen durchführen.

Was kann unternommen werden, wenn es bereits zu einer Schädigung der Stimmbandnerven gekommen ist?

Bei einer Verletzung des Stimmbandnervs sollten mit einem HNO-Arzt gesprochen werden und es sollte ein Logopäde (Sprachtherapeut) mit einbezogen werden. Der Verlust einer einseitigen Stimmbandbeweglichkeit führt zudem zu einer Reduktion der Atemmöglichkeit (Vitalkapazität) um etwa 15 Prozent.

Fragen nach der minimalinvasiven OP-Methode (Schlüssellochtechnik): Anwendbarkeit, Nützlichkeit, Vor- und Nachteile

Die „Alternativ-Operation" ist keinesfalls risikolos, sondern mit dem gleichen Risiko behaftet wie die herkömmliche Operation. Sie reduziert die Größe des Schnitts von 4 cm auf etwa 2 cm. Sie ist keinesfalls immer sinnvoll und nur in 5 bis 10 Prozent der Fälle ratsam. Vorteil ist die kleinere Narbe am Hals. Durch die vergrößerte Übertragung des Operationsfeldes auf einen Monitor, kann der Operateur, wie sonst bei Verwendung der Lupenbrille, die Stimmbandnerven gut sehen und schonen.

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