Knotenkropf

Knotenkropf

Muss eine vergrößerte Schilddrüse auch dann behandelt werden, wenn keine Beschwerden auftreten?

Auch wenn der Kropf anfangs keine Beschwerden macht, sollte er in jedem Fall behandelt werden, da im Laufe der Zeit sonst weitere Erkrankungen hinzukommen können. So kommt es in der vergrößerten Schilddrüse häufig zu Knoten und zu Funktionsstörungen. Da ein Kropf in der Regel durch Jodmangel ausgelöst wird, kann er mit Jodid-Tabletten behandelt werden. Außerdem verordnet der Arzt meist Schilddrüsenhormone zur Entlastung des Schilddrüsengewebes. Unter dieser Behandlung kann sich das Organ wieder zurückbilden. Achten Sie außerdem selbst auf eine jodreiche Ernährung, indem Sie regelmäßig Seefisch essen und Jodsalz verwenden.

Welche Untersuchungen sind notwendig, um bei Beschwerden wie z. B. dicker Hals, Druckgefühl im Hals oder Atemnot einen Kropf festzustellen bzw. auszuschließen?

Diese Anzeichen deuten auf einen Kropf hin. Nicht immer ist dies auch äußerlich zu erkennen. Wenn sich die Schilddrüse vergrößert, kann sie nach innen auf die Luft- und die Speiseröhre drücken und einen unangenehmen Druck im Hals auslösen — vor allem beim Liegen. Auch Atemnot und Schluckbeschwerden können die Folge sein. Zunächst wird der Arzt Ihren Hals abtasten, um so einen ersten Anhaltspunkt für eine Vergrößerung der Schilddrüse zu bekommen. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung misst er dann die Größe und kann außerdem erkennen, ob sich das Gewebe krankhaft verändert hat. Falls er dabei Knoten entdeckt, sollten diese mit Hilfe der Szintigraphie weiter untersucht werden. Hierfür erhält der Betroffene geringe Mengen einer radioaktiv markierten Substanz, die ausschließlich in der Schilddrüse gespeichert wird. Je nachdem, ob die Knoten aktiv sind oder nicht, reichert sich die Substanz unterschiedlich in den knotigen Bereichen an. So kann der Arzt bei der anschließenden Messung erkennen, ob es sich um heiße oder kalte Knoten handelt.

Bilden sich in einem Kropf immer Knoten?

Die Schilddrüse kann durch Jodmangel zum Kropf vergrößert sein, ohne dass Knoten darin vorliegen. Dies bezeichnet der Arzt als „Struma diffusa“. Besteht der Kropf über eine längere Zeit, ohne dass die Jodzufuhr verbessert wird, können sich zusätzlich Knoten im Schilddrüsengewebe bilden: Ein Knoten-Kropf entsteht („Struma nodosa“). Es ist deshalb wichtig, eine Vergrößerung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. So können das weitere Wachstum und die Knotenbildung verhindert werden.

Weisen Schmerzen im Bereich der Schilddrüse sowie Schluckbeschwerden auf einen Knoten hin?

Schmerzen im Bereich der Schilddrüse sind weniger typisch für gutartige oder bösartige Knoten der Schilddrüse, sondern eher für eine Schilddrüsenentzündung. Allerdings kann es auch bei vorbestehenden kleinen Knoten oder Zysten durch eine Einblutung und die damit verbundene Vergrößerung zu Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit der Schilddrüse kommen. Als Minimum sollte eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, ggf. auch zusätzliche Blutabnahmen.

Was ist der Unterschied zwischen kalten und heißen Knoten?

Die Unterscheidung zwischen kalten und heißen Knoten beruht auf der nuklearmedizinischen Untersuchung der Schilddrüse, dem Szintigramm. Ein kalter Knoten nimmt bei dieser Untersuchung weniger oder kein radioaktives Jod bzw. Technetium auf als normales Schilddrüsengewebe. Ein heißer Knoten nimmt dagegen mehr Jod bzw. Technetium auf und ist damit überaktiv bzw. autonom (selbstständig). Die Unterscheidung zwischen heißem und kaltem Knoten kann nicht mit der Ultraschalluntersuchung getroffen werden. Heiße Knoten können zur Schilddrüsenüberfunktion führen, kalte Knoten verursachen keine Funktionsstörung. Hinter ihnen können sich aber verschiedene Gewebeveränderungen verbergen, z. B. Zysten, Verkalkungen, Bindegewebsvermehrung oder auch Schilddrüsen-Krebserkrankungen.

Wann muss eine Operation durchgeführt werden, und in welchem Fall genügt eine medikamentöse Behandlung?

Entscheidend für die Indikation zur Operation ist der Nachweis eines Wachstums der Schilddrüse bzw. der Knoten. Wenn der Knoten unter Tablettenbehandlung konstant bleibt und keine Beschwerden vorliegen, kann abgewartet werden, insbesondere bei älteren Personen. Wenn jedoch subjektive Beschwerden bestehen und ein Wachstum trotz Behandlung nachweisbar ist, sollte die operative Strumaresektion erfolgen, die in der Hand eines erfahrenen Schilddrüsenchirurgen eine sehr niedrige Komplikationsrate hat, z. B. Schädigung der Stimmbandnerven unter 1 %, Entfernung der Nebenschilddrüsen ebenfalls unter 1 %.

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