Jodversorgung

Jodversorgung

Wie kann man zwecks gesunder Ernährung eine ausreichende Jodversorgung sicherstellen?

Die meisten unserer Lebensmittel sind von Natur aus jodarm, da der Boden hierzulande zu wenig von diesem Spurenelement enthält. Gute Jodlieferanten sind dagegen Seefisch und jodiertes Speisesalz. Um den täglichen Jodbedarf Ihrer Familie zu decken, sollten Sie darauf achten, dass zweimal pro Woche Seefisch auf dem Speiseplan steht. Wenn Sie außerdem Jodsalz in der Küche verwenden, haben Sie schon einiges für die Gesundheit getan. In Situationen mit hohem Jodbedarf (z. B. Schwangerschaft, Stillzeit) oder falls Sie keinen Fisch mögen, können Jodid-Tabletten aus der Apotheke eine ausreichende Versorgung sicherstellen.

Sind Schilddrüsenkrankheiten erblich und wie kann man vorbeugen?

Die Neigung zur Kropfbildung kann durchaus vererbt werden, so dass Schilddrüsenkrankheiten in bestimmten Familien gehäuft auftreten. Allerdings ist ein wesentlich wichtigerer Faktor der Jodmangel. Dagegen können Sie etwas tun: Essen Sie ein- bis zweimal in der Woche Seefisch. Seelachs, Schellfisch und Scholle sind besonders jodhaltig. Verwenden Sie in Ihrem Haushalt nur jodiertes Speisesalz. Gerade in hormonellen Umstellungsphasen wie in der Pubertät, in der Schwangerschaft und der Stillzeit sowie in den Wechseljahren braucht der Körper mehr Jod. Dann sollte man zusätzlich mit Jodid-Tabletten vorbeugen.

Sind Menschen in Norddeutschland besser mit Jod versorgt?

Heute gibt es keinen Unterschied in der Jodversorgung mehr zwischen den verschiedenen Regionen in Deutschland. In der Vergangenheit waren durch unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten und den höheren Fischverzehr in Norddeutschland Kröpfe dort seltener als in Süddeutschland. Die Lebensbedingungen haben sich jedoch weitgehend angeglichen, so dass durch Kühl- und Gefriermöglichkeiten heute überall gleichermaßen Seefisch auf dem Speiseplan steht. Auch die allgemein verbesserte Jodversorgung durch Jodsalz und Jodierung von Viehfutter hat sich positiv in ganz Deutschland ausgewirkt.

Wieso wird Deutschland trotz verbesserter Jodversorgung immer noch als Jodmangelgebiet bezeichnet?

Die Jodzufuhr hat sich in den letzten Jahren zwar verbessert, von einer Entwarnung ist aber immer noch nicht zu sprechen. In Deutschland liegt die täglich aufgenommene Jodmenge bei einem Großteil der Bevölkerung noch immer unterhalb der kritischen Mindestmarke von 100 Mikrogramm, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesetzt hat, so dass Deutschland weiterhin als Jodmangelgebiet eingestuft wird. Die Deutschen decken derzeit durchschnittlich etwa nur zwei Drittel ihres Jodbedarfs. Spezielle Personengruppen wie Schwangere oder Stillende weisen noch größere Defizite auf. Sie sollten deshalb nach Absprache mit dem Arzt Jodtabletten einnehmen.

Was muss man als Vegetarier bei der Jodversorgung beachten?

Wenn jodreiche Seefische nicht auf dem Speiseplan stehen, sollten Vegetarier besonders sorgfältig auf eine Jodzufuhr aus anderen Quellen achten. Jodsalz im Haushalt steht hier an erster Stelle, beim Bäcker oder in der Kantine sollte ebenfalls nach der Verwendung von Jodsalz gefragt werden. Eier, Milch und Milchprodukte leisten einen weiteren wichtigen Beitrag. Wöchentlich einmal verzehrt, können Algenprodukte aus der asiatischen Küche für Vegetarier eine gute Alternative zum Seefisch sein.

Gibt es eine Jodallergie?

Eine Allergie gegen Jod bzw. Jodid, wie es in Jodtabletten oder dem Jodsalz enthalten ist, gibt es nicht. Da Jod ein lebensnotwendiges Spurenelement ist, muss es dem Körper regelmäßig zugeführt werden. Grundsätzlich ist eine Allergie eine Reaktion des Immunsystems, die nur gegen Verbindungen mit einer bestimmten Molekülgröße ausgelöst wird. Natrium- oder Kaliumjodid können als kleinste Teilchen daher keine Allergie auslösen. Erst bei komplexen Jodverbindungen, wie sie in Kontrastmitteln oder Desinfektionsmitteln enthalten sein können, ist eine solche Abwehrreaktion möglich. Dann besteht jedoch die Allergie nicht gegen das Spurenelement Jod, sondern gegen diesen speziellen Stoff. Auch die sogenannte Jodakne kann nicht durch Jodsalz ausgelöst werden. Diese spezielle Reaktion auf Jod wird nur bei wenigen Menschen und dann erst von sehr großen Mengen Jod verursacht, die normalerweise nicht mit der Nahrung aufgenommen werden können.

Warum werden zur Deckung des Jodbedarfs außer Seefisch auch Milch und Milchprodukte empfohlen?

Während Gemüse oder Getreide durch die jodarmen Böden wenig zur Jodversorgung des Menschen beitragen, kann die Milch über die Fütterung der Kühe mit dem wichtigen Spurenelement angereichert werden. Milch und Milchprodukte enthalten dann zwar immer noch weniger Jod als Seefisch, spielen jedoch mengenmäßig eine größere Rolle. Sie stehen bei den meisten Menschen fast täglich auf dem Speiseplan und sichern so einen Teil der Grundversorgung. Jodreiche Seefischmahlzeiten sollten zusätzlich zweimal pro Woche eingeplant werden.

Kann man durch regelmäßigen Verzehr von Seefisch zu viel Jod aufnehmen?

Da die meisten Menschen zu wenig Jod bekommen, sind regelmäßige Seefischmahlzeiten ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit. Eine schädliche Dosierung von Jod wird mit normalen Verzehrgewohnheiten nicht erreicht. Bestehen heiße Knoten in der Schilddrüse, sollte lediglich von einem extrem häufigen Seefischverzehr abgeraten werden. Gelegentliche Mahlzeiten mit Fisch stellen jedoch auch hier kein Risiko dar. Algen- oder Seetangprodukte können große Mengen Jod enthalten und sollten daher generell nur dann genossen werden, wenn der Jodgehalt exakt angegeben wird und nicht zu hoch ist.

Kann man durch die regelmäßige Verwendung von Jodsalz zu viel Jod aufnehmen?

Jodsalz leistet einen wichtigen Beitrag zur notwendigen Jodversogung. Bei normalen Verzehrgewohnheiten werden nur Jodmengen im physiologischen, d. h. dem Körper nützlichen Bereich aufgenommen; eine Überdosierung ist nicht möglich. Salz ist sogar ein idealer Träger für Jod, denn man isst es täglich und in etwa immer der gleichen Menge. Zu viel Salz würde in jedem Fall das Essen verderben, so dass praktisch niemand allzu reichlich Salz und damit zu viel Jod essen würde.

Wofür ist Jod überhaupt wichtig?

Der Begriff Jod stammt aus dem Lateinischen von „jodes“ und bedeutet veilchenfarbig. Die Schilddrüse benötigt dieses natürlich vorkommende Spurenelement als lebensnotwendigen Stoff zur Herstellung der Schilddrüsenhormone T4 (Tetrajodthyronin) und T3 (Trijodthyronin). Das Organ speichert diese Hormone unter Umständen bis zu drei Monaten. Fast der gesamte Jodvorrat des Körpers findet sich deshalb in der Schilddrüse, die mit diesen beiden Hormonen wichtige Vorgänge im Körper steuert, z. B. den Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, das seelische Wohlbefinden, die Fruchtbarkeit und Sexualität sowie Wachstum und geistige Entwicklung bei Kindern. Damit all diese Funktionen des Körpers richtig ablaufen, benötigt er ausreichend Jod.

Stimmt es, dass Menschen ohne Schilddrüse bzw. mit Schilddrüsenkrebs kein Jodsalz zu sich nehmen sollten?

Nein, das stimmt nicht. Patienten ohne Schilddrüse haben zwar keinen Nutzen von der Zufuhr von Jod bzw. Jodsalz, aber sie haben dadurch auch keinerlei Schaden oder Nachteil. Bei Patienten mit Schilddrüsenkrebs muss die Jodzufuhr vor einer geplanten Radiojodtherapie so niedrig wie möglich gehalten werden, damit die Schilddrüse das radioaktive Jod auch ausreichend aufnimmt. Wenn die Radiojodtherapie bei Personen mit Schilddrüsenkrebs abgeschlossen ist und sie mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden, ist auch die Zufuhr von Jod bzw. Jodsalz ohne Nachteil. Nahrungsmittel mit Jodsalzzusatz brauchen dann nicht gemieden zu werden.

<< zurück

X