Kröpfe
Unter einem Kropf (medizinisch: Struma) versteht man eine vergrößerte Schilddrüse, ausgelöst meistens durch eine unzureichende Jodzufuhr über eine längere Zeit (Jodmangelkropf). Häufig wandelt sich ein Teil des Gewebes knotig um. Solche Knoten können sich zwar auch in einer normal großen Schilddrüse bilden, sie finden sich jedoch häufiger in einer zur Struma vergrößerten Drüse. Je nach ihrer Aktivität unterscheidet man heiße und kalte Knoten.
Große Kröpfe gehören nicht mehr wie früher zum täglichen Anblick. Doch diese vermeintliche Schilddrüsengesundheit der Bevölkerung täuscht. Ein Kropf kann nämlich auch dann vorliegen, wenn noch nichts zu sehen oder im Hals zu spüren ist: So sind „Kröpfe im Verborgenen“ heute ein häufiges Problem, das beim Arzt routinemäßig angesprochen werden sollte. Druck- und Engegefühl am Hals können als erstes Zeichen auftreten, doch typisch ist es eher, dass der Betroffene zunächst gar nichts davon merkt. Anders als die Hormonstörung können Knoten auch meist nicht bei der Blutuntersuchung gefunden werden. Der Hausarzt sollte vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter deshalb zusätzlich zur Laborkontrolle regelmäßig um eine Tastuntersuchung der Schilddrüse gebeten werden.
Kröpfe sind zwar nicht erblich, kommen in manchen Familien aber häufiger vor. Möglicherweise ist in diesen Familien eine „schlechtere Verwertung“ des Jodangebots genetisch bedingt.
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