Kurz erklärt – die Schilddrüse

Lage und Größe der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ unterhalb des Kehlkopfes und sieht mit ihren zwei Seitenlappen und dem verbindenden Mittellappen einem Schmetterling sehr ähnlich. Die beiden Seitenlappen schmiegen sich an die Luftröhre und sind unter dem Schildknorpel miteinander verbunden. Bei einer gesunden Schilddrüse ist jeder der beiden Lappen nicht größer als das Daumen-Endglied des jeweiligen Menschen. So ist die Schilddrüse eines Erwachsenen ungefähr so groß wie eine Walnuss; bei Frauen ist sie bis 18 Gramm und bei Männern bis 25 Gramm schwer.

Die Aufgaben der Schilddrüse

Die Schilddrüse bildet zwei lebenswichtige Hormone mit den wissenschaftlichen Bezeichnungen Trijodthyronin und Tetrajodthyronin (Thyroxin). Die üblichen Abkürzungen dafür lauten T3 bzw. T4.
Diese beiden Botenstoffe regulieren, ob der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren oder auf Sparflamme läuft: Beispielsweise sind der Sauerstoff- und Energieverbrauch, die Körperwärme, der Mineralstoff- und Wasserhaushalt davon abhängig. Dadurch lenkt das Mini-Organ fast alle wichtigen Funktionen im Körper: den gesamten Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, Magen und Darm, Nerven und Muskeln. Von ihrem „Standort" im Hals beeinflusst die Schilddrüse mit ihren Hormonen auch Persönlichkeit und seelisches Wohlbefinden, Sexualität und Fruchtbarkeit und sogar das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln.
Beim wachsenden Organismus spielt die kleine Drüse zusätzlich eine ganz besondere Rolle: Von der ersten Entwicklungsphase im Mutterleib bis zum jugendlichen Alter steuert die Schilddrüse die gesamte körperliche und geistige Entwicklung, so dass ohne Schilddrüsenhormon kein gesundes Heranwachsen von Kindern möglich ist.

Steuerung der Hormonproduktion durch die Schilddrüse

Damit im Körper alles „wie am Schnürchen" läuft, steuert das Gehirn die meisten Vorgänge. So ist es auch bei der Schilddrüse, denn das Organ schüttet nicht automatisch die richtige Hormonmenge aus, die der Körper gerade benötigt.
Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) und der Hypothalamus, ein weiterer Bereich im Gehirn, sind für diese Steuerung zuständig. Die Hypophyse registriert dabei, ob gerade viel oder wenig Schilddrüsenhormon im Blut vorhanden ist. Je nachdem sorgt sie dann mit ihrem Botenstoff dafür, dass die Schilddrüse „angekurbelt" oder „gebremst" wird. Ist beispielsweise zu wenig Schilddrüsenhormon vorhanden, schüttet die Hirnanhangsdrüse das sogenannte TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) aus, das die Hormonausschüttung in der Schilddrüse steigert.
Die Hypophyse wird ihrerseits vom Hypothalamus mit Hilfe des Hormons TRH (Thyreotropin- releasing-Hormon) kontrolliert.

Die Schilddrüse — Mini-Organ mit Maxi-Wirkung

Der alten Weisheit „Wehret den Anfängen" sollte mehr Geltung verschafft werden. Aber leider wird noch zu oft eine leichte Schilddrüsenvergrößerung bagatellisiert und die nötigen diagnostischen und therapeutischen Konsequenzen werden unterlassen. Dazu kommt, dass die Betroffenen zunächst gar nicht bemerken, dass sie einen Kropf haben, weil im Anfangsstadium fast nie Beschwerden bestehen. Im Jodmangelkropf können sich jedoch oft unerkannt autonome Knoten bilden, die zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen können.

Knotige Veränderungen machen oft eine Operation erforderlich, und Schilddrüsenfunktionsstörungen werden häufig nicht frühzeitig erkannt. Die Belastung für den Körper kann erhebliche Ausmaße annehmen und die Lebensqualität wird eingeschränkt. Deshalb sind die Früherkennung und die Frühbehandlung von großer Wichtigkeit.

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