Knoten und Kropf

Knoten und Kropf

Für die Hormonproduktion benötigt die Drüse das Spurenelement Jod in ausreichenden Mengen. Vor allem bei den heute erwachsenen, insbesondere älteren Menschen war dieses Spurenelement über Jahrzehnte knapp in der Ernährung; Kinder und Jugendliche sind heute in aller Regel besser versorgt.
Bei zu wenig Jod reagiert die Schilddrüse: Sie wächst und vergrößert ihr Gewebe, um damit wie ein Schwamm auch das letzte bisschen Jod aus dem Blut „aufzusaugen“. Natürlich klappt das nicht, wenn das Jodangebot zu gering ist, und so wächst das Organ weiter und weiter. Früher waren solche großen Kröpfe kein seltener Anblick. Heute fallen Schilddrüsenvergrößerungen meist nicht mehr auf den ersten Blick auf, die „Kröpfe“ wachsen im Verborgenen. Strumen sind nicht unmittelbar erblich, treten in manchen Familien jedoch gehäuft auf. Als Ursache wird eine genetisch bedingte schlechtere Jodaufnahme vermutet. In dem vergrößerten Organ bilden sich dann häufig weitere Gewebeveränderungen: heiße oder kalte Knoten.

Solche Knoten können sich zwar auch in einer normal großen Schilddrüse bilden, sie finden sich jedoch häufiger in einer zur Struma vergrößerten Drüse. Ein Jodmangel kann also langfristig auch die Ursache für Knoten sein. Neben den Gewebeveränderungen können auch Funktionsstörungen auftreten. Hier ist die hormonbildende Funktion der Schilddrüse aus dem Gleichgewicht geraten. Produziert das Organ zu viele Hormone, entsteht eine Überfunktion, wird dagegen zu wenig produziert, spricht man von einer Unterfunktion. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen, unter anderem chronische Entzündungen der Schilddrüse.


Je nachdem, ob diese Knoten aktiv sind und Hormone
produzieren, werden sie „kalt“ oder „heiß“ genannt.

Heiße oder sogenannte autonome Knoten bestehen aus überaktivem Gewebe. Das bedeutet, dass sie verstärkt Jod aufnehmen und unkontrolliert Schilddrüsenhormone bilden. Sie produzieren mehr Hormon, als der Körper benötigt, lösen also langfristig eine Schilddrüsenüberfunktion aus. Bei heißen Knoten kann man fast immer sicher sein, dass es sich um gutartige Veränderungen handelt.

Kalte Knoten sind inaktiv: Sie nehmen kein Jod auf und produzieren keine Schilddrüsenhormone. Die allermeisten kalten Knoten sind ebenfalls gutartige Veränderungen. Nur in seltenen Fällen kann sich hinter einem kalten Knoten ein bösartiger Tumor verbergen. Ein kalter Knoten wird deshalb immer sorgfältig untersucht und gegebenenfalls rät der Arzt zur Operation.

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